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<title>Festung</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Festung</span></h1>
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<p>Eine <b>Festung</b> ist im Allgemeinen ein durch <a href="Befestigung#Militärische_Befestigung" title="Befestigung">Wehranlagen</a> stark befestigter Ort.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im engeren Sinne bezeichnet <i>Festung</i> in der Neuzeit eine eigenständige, meist stark gegliederte Wehranlage aus starkem <a href="Mauerwerk" title="Mauerwerk">Mauerwerk</a>, später auch aus <a href="Beton" title="Beton">Beton</a>, die dem Schutz gegen feindliche <a href="Feuerwaffe" title="Feuerwaffe">Feuerwaffen</a> (insbesondere <a href="Artillerie" title="Artillerie">Artillerie</a>) bei gleichzeitigem <a href="Operationsart#Verteidigung" title="Operationsart">defensivem</a> Feuerwaffeneinsatz durch die Verteidiger dient. Festungen dieser Art wurden ab dem 15. Jahrhundert als Reaktion auf den Einsatz schwerer <a href="Gesch%C3%BCtz" title="Geschütz">Pulvergeschütze</a> erbaut und waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich. Sie konnten der <a href="Grenzschutz" title="Grenzschutz">Grenz-</a> oder Küstensicherung dienen, den Ausgangspunkt einer <a href="Angriffsgefecht" title="Angriffsgefecht">Offensive</a> bilden und sich zurückziehende Heere aufnehmen. Darüber hinaus wurden manche Festungen als Verwaltungssitz, Gefängnis oder Aufbewahrungsort staatlicher Reserven an Geld oder Edelmetallen genutzt.
</p><p>Der Ursprung der Begriffe <i>Festung</i>, <i>Befestigung</i> und <i>Feste</i> findet sich im <a href="Mittelhochdeutsch" class="mw-redirect" title="Mittelhochdeutsch">mittelhochdeutschen</a> Adjektiv <i>veste</i> im Sinne von „beständig“, „hart“, „stark“, das sich zu dem <a href="Neuhochdeutsche_Sprache" title="Neuhochdeutsche Sprache">neuhochdeutschen</a> <i>fest</i> entwickelte. Eine vergleichbare <a href="Etymologie" title="Etymologie">Wortherkunft</a> ist bei der <i>Fortifikation</i> und dem <i><a href="Fort" title="Fort">Fort</a></i> gegeben, die auf das <a href="Latein" title="Latein">lateinische</a> <i><span lang="la">fortis</span></i> für „fest“, „kräftig“, „stark“ zurückgehen.
</p><p>Die Eigenschaft einer <a href="Burg" title="Burg">Burg</a> oder Festung, gegen ein gewaltsames Eindringen mittels Leiterangriffen gesichert zu sein, wurde früher als <i>Sturmfreiheit</i> bezeichnet (der Begriff wandelte sich später in die Bezeichnung für die Höhe des Walles einer Festung über ihrem <a href="Fundament" title="Fundament">Fundament</a>).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grundlagen">Grundlagen</h2></div>
<p><a href="Grundriss" title="Grundriss">Grundriss</a> und Profil einer Festung richteten sich nach den Schusslinien der zur Verteidigung verwendeten Feuerwaffen, wodurch die weitgehende Vermeidung <a href="Toter_Winkel" title="Toter Winkel">toter Winkel</a> erreicht wurde. Sie setzte sich aus unterschiedlichen <a href="Werk_(Festungsbau)" title="Werk (Festungsbau)">Werken</a> zusammen, worunter einzelne Befestigungsanlagen wie <a href="Bastion" title="Bastion">Bastionen</a> oder <a href="Wall_(Festungsbau)" class="mw-redirect" title="Wall (Festungsbau)">Wälle</a> zu verstehen sind. Hinzu kamen <a href="Kaserne" title="Kaserne">Kasernen</a>, Munitionslager, <a href="Zeughaus" title="Zeughaus">Zeughäuser</a> und weitere <a href="Garnison" title="Garnison">Garnisonsgebäude</a>. Eine Festung konnte zudem einen zivilen Bereich umfassen.
</p><p>Festungen wurden nach individuellen Befestigungssystemen erbaut, die als <a href="Fachbegriffe_Festungsbau" class="mw-redirect" title="Fachbegriffe Festungsbau">Manieren</a> bezeichnet werden. Dabei handelte es sich in den meisten Fällen um spezifische Verwirklichungen des <a href="Bastion%C3%A4rsystem" class="mw-redirect" title="Bastionärsystem">Bastionär-</a>, <a href="Tenaillensystem" title="Tenaillensystem">Tenaillen-</a> oder <a href="Polygonalsystem" title="Polygonalsystem">Polygonalsystems</a>. Die sechs wichtigsten Manieren, anhand derer sich die fortifikatorischen Epochen des 16. bis 19. Jahrhunderts voneinander abgrenzen lassen, sind
</p>
<ul><li>die alt- und neuitalienische,</li>
<li>die alt- und neuniederländische und</li>
<li>die alt- und neupreußische bzw. neudeutsche oder neuösterreichische.</li></ul>
<p>Viele erhaltene Festungsanlagen weisen Elemente verschiedener Manieren auf, da waffentechnische Fortschritte wiederholt zu baulichen Anpassungen zwangen.
</p><p>Das einzige bedeutende Definitionskriterium einer Festung ist die systematisch durchgeführte Ausrichtung auf die Kampfführung mit und gegen <a href="Artillerie" title="Artillerie">Artillerie</a>. Neben Städten konnten auch <a href="Burg" title="Burg">Burgen</a>, <a href="Schloss_(Geb%C3%A4ude)" class="mw-redirect" title="Schloss (Gebäude)">Schlösser</a> und <a href="Kloster" title="Kloster">Klöster</a> zu Festungen ausgebaut werden. Da hierbei die Berücksichtigung der vorhandenen Bausubstanz und der <a href="Erdoberfl%C3%A4che" title="Erdoberfläche">topographischen</a> Gegebenheiten erforderlich war, bot üblicherweise nur die Neuerrichtung einer Festung in ebenem Gelände die Möglichkeit zur idealtypischen Umsetzung einer Manier.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte_der_neuzeitlichen_Festung">Geschichte der neuzeitlichen Festung</h2></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Technik_in_der_Renaissance" title="Technik in der Renaissance">Technik in der Renaissance</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erste_Artilleriebefestigungen">Erste Artilleriebefestigungen</h3></div>
<p>Bis in das <a href="Sp%C3%A4tmittelalter" title="Spätmittelalter">Spätmittelalter</a> hinein hing das Defensivpotenzial von <a href="Burg" title="Burg">Burgen</a> und befestigten Städten zum Großteil von der Höhe ihrer Mauern und Türme ab. Bereits im späten 14. Jahrhundert wurde dieses wehrbauliche Grundprinzip in Frage gestellt, da zu dieser Zeit schwere <a href="Bombarde_(Gesch%C3%BCtz)" title="Bombarde (Geschütz)">Bombarden</a> aufkamen, die große Steinkugeln verschossen. Die Reichweite von Bombarden war zunächst sehr gering und ihr Transport äußerst aufwändig, doch konnten die in Relation zu ihrer Stärke sehr hohen Burg- und <a href="Stadtmauer" title="Stadtmauer">Stadtmauern</a> mit diesen primitiven <a href="Kanone" title="Kanone">Kanonen</a> leicht zerstört werden. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts erhöhten sich Reichweite und <a href="Durchschlagskraft" title="Durchschlagskraft">Feuerkraft</a> der Bombarden deutlich. So konnten französische Truppen unter <a href="Karl_VII._(Frankreich)" title="Karl VII. (Frankreich)">Karl VII.</a> vom Mai 1449 bis zum August 1450 mit Hilfe von Bombarden über siebzig englische Stützpunkte in der <a href="Normandie" title="Normandie">Normandie</a> erobern, da allein das Aufstellen der Geschütze Drohung genug war. Die Städte ergaben sich reihenweise, ohne dass ein Schuss abgefeuert werden musste.
</p><p>Die europäischen Baumeister reagierten auf diese Entwicklung zunächst nur mit einer Modifikation der <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">mittelalterlichen</a> Wehranlagen. Die Mauern wurden niedriger und durch einen breiten Wall verstärkt, der als Geschützplattform diente. Erde gewann als Baustoff an Bedeutung, da sie den Impuls der Geschosse abdämpft (siehe <a href="Sto%C3%9F_(Physik)#Unelastischer_Stoß" title="Stoß (Physik)">Plastischer Stoß</a>). Hölzerne Aufbauten wurden von Mauern und Türmen entfernt, da sie ein leichtes Ziel waren. Der mittelalterliche Burgturm wandelte sich zu einem <a href="Kegelstumpf" title="Kegelstumpf">kegelstumpfförmigen</a>, massiven Geschützturm, dem <a href="Rondell" title="Rondell">Rondell</a>. Rondelle verfügten über Räume mit großen Schießscharten, durch die Geschütze feuern konnten. Auch auf der Spitze des Rondells wurden schwere Feuerwaffen platziert. Diese Veränderungen in der Errichtung von Befestigungen waren jedoch nicht ausreichend, da sie lediglich eine Erweiterung früherer Bauprinzipien darstellten. <a href="Burg_Querfurt" title="Burg Querfurt">Burg Querfurt</a> steht beispielhaft als vollständig erhaltene rondellierte Burg der frühen Neuzeit mit insgesamt vier Rondellen.
</p><p>Die verstärkten Befestigungsanlagen, die gegen Ende des Spätmittelalters errichtet wurden, erhöhten in erster Linie die passive Verteidigung und zögerten den Fall einer Stadt oder Burg nur hinaus. In den Rondellen konnten nur wenige Kanonen platziert werden, da sich der Pulverdampf in den <a href="Kasematte" title="Kasematte">Kasematten</a> relativ lange hielt und Sicht und Atmung erschwerte. Im Bereich vor einem Rondell befand sich ein <a href="Toter_Winkel" title="Toter Winkel">toter Winkel</a>, der nicht von den Verteidigern beschossen werden konnte und somit ein bevorzugter Ausgangspunkt feindlicher <a href="Unterminierung" class="mw-redirect" title="Unterminierung">Unterminierungsversuche</a> war. Hierzu kamen ingenieurtechnische Truppen wie die <a href="Mineur" title="Mineur">Mineure</a> zum Einsatz. Rondelle bildeten eigenständige Befestigungswerke und waren nicht dafür konzipiert, sich gegenseitig zu flankieren. Es wurde eine Befestigung notwendig, die eine stabile Plattform für zahlreiche Geschütze bot, über keinen dem Feuer entzogenen Raum verfügte und deren Werke sich Flankenschutz bieten konnten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spätgotik_und_Frührenaissance"><span id="Sp.C3.A4tgotik_und_Fr.C3.BChrenaissance"></span>Spätgotik und Frührenaissance</h3></div>
<p>Etwa zwischen 1450 und 1550 wurden in Deutschland sehr häufig an Burganlagen oder größere Schlossanlagen des Hochadels <a href="Rondell" title="Rondell">Rondelle</a> und Artilleriewälle angebaut/vorgelagert. Ebenso waren diese damals an den Befestigungsanlagen größerer Städte (Festungsstadt) unverzichtbarer Bestandteil, wie zum Beispiel im Falle der <a href="Wasserfestung_Ziegenhain" title="Wasserfestung Ziegenhain">Wasserfestung Ziegenhain</a>. Oft waren Wassergräben und Artilleriewälle vorgelagert.
</p>
<p>Selbst <a href="Gipfelburg" title="Gipfelburg">Gipfelburgen</a> erhielten manchmal einen Artilleriewall zusätzlich zu ihren Rondellen oder Geschütztürmen an den Ecken. Beispiele für Artilleriewälle an Gipfelburgen sind die böhmischen Burgen <a href="Burg_Harten%C5%A1tejn" title="Burg Hartenštejn">Hartenstein</a> und <a href="Burg_Hn%C4%9Bv%C3%ADn" title="Burg Hněvín">Landeswarte bei Brüx</a>. Ein Musterbeispiel für eine Anlage mit Rondellen ist die <a href="Festung_Heldrungen" title="Festung Heldrungen">Wasserburg Heldrungen</a>, die in zwei Phasen, von 1512 bis 1519<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> durch zwölf Rondelle und von 1664 bis 1668 nach dem <a href="S%C3%A9bastien_Le_Prestre_de_Vauban" title="Sébastien Le Prestre de Vauban">Vaubanschen System</a>, zu einer Festung ausgebaut wurde.
</p><p>Festungsartige Anlagen entstanden im deutschsprachigen Raum seit etwa 1500 auch durch Errichtung oder Umbau von Burgen mit Geschütztürmen, die meist als <a href="Batterieturm" title="Batterieturm">Batterietürme</a> bezeichnet werden. Musterbeispiel hierfür ist die <a href="Moritzburg_(Halle_(Saale))" title="Moritzburg (Halle (Saale))">Moritzburg</a> in Halle/Saale. Sie ist ein Neubau der Spätgotik und hat vier Ecktürme, die Geschütztürme sind. Gleiches gilt für die <a href="Wasserburg_Friedewald_(Hessen)" title="Wasserburg Friedewald (Hessen)">Wasserburg Friedewald</a>, einen Umbau der frühen Renaissance, der ebenfalls Ecktürme für den Einsatz von Feuerwaffen besitzt. In ihrem großen Geschützturm befindet sich bereits ein zentraler Rauchabzug, wie er bei Turmforts des 19. Jahrhunderts wieder üblich war. Solche Anlagen haben einen festungsartigen Charakter, und manche werden als Burgschloss eingestuft, wenn es eher sich um ein Wohnschloss handelt, das aber verteidigbar ist.
</p><p>An einigen deutschen Burgen und frühneuzeitlichen Festungen finden sich <a href="Bollwerk" title="Bollwerk">Bollwerke</a>, die der Aufnahme von Kanonen dienten und gefährdete Angriffsseiten schützen sollten, so bei Burg Querfurt und der <a href="Burg_Wertheim" title="Burg Wertheim">Burg Wertheim</a> in Franken.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Das_bastionierte_Schloss_der_Renaissance">Das bastionierte Schloss der Renaissance</h3></div>
<p><i>Hauptartikel: <a href="Palazzo_in_fortezza" title="Palazzo in fortezza">Palazzo in fortezza</a></i> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">deutsch</a></span> <span lang="de-Latn">Schloss in einer Festung</span>)
</p><p>Zwischen 1550 und 1600 setzte sich in Nordeuropa die Anwendung von Bastionen als Ersatz der früheren Rondelle durch. Burgen und Schlösser wurden durch das Vorlegen von meist vier eckigen Bastionen zum bastionierten Schloss oder zur bastionierten Burg. Durch das weitere Vorbauen zusätzlicher Befestigungsanlagen wie <a href="Ravelin" title="Ravelin">Ravelins</a> etc. entstanden so aus bastionierten Schlössern oder Burgen frühneuzeitliche Festungen. Oft handelte es sich zuvor um Wasserburgen, Wasserschlösser oder Gipfelburgen die zur Festung ausgebaut wurden. Beispiele hierfür sind die <a href="Zitadelle_Spandau" title="Zitadelle Spandau">Zitadelle Spandau</a>, die <a href="Festung_Peitz" title="Festung Peitz">Festung Peitz</a>, die <a href="Burg_Stolpen" title="Burg Stolpen">Burg Stolpen</a> und die <a href="Festung_K%C3%B6nigstein" title="Festung Königstein">Festung Königstein</a>.
</p><p>Während man zunächst vier Bastionen scheinbar bevorzugte, kamen später fünf Bastionen in Mode, wie zum Beispiel bei den Schlössern/Festungen von <a href="Poel" title="Poel">Poel</a> (abgegangen), <a href="Schloss_Rietberg_(Rietberg)" title="Schloss Rietberg (Rietberg)">Rietberg</a> (abgegangen) und <a href="Schloss_Ebreichsdorf" title="Schloss Ebreichsdorf">Ebreichsdorf</a>. <a href="Schloss_Philippseck" title="Schloss Philippseck">Schloss Philippseck</a> ist hingegen ein Beispiel für die seltener angewendeten drei Bastionen.
</p><p>Bergschlösser wurden oft nur teilweise bastioniert, nämlich an den gefährdeten Hauptangriffsseiten. Ein Beispiel dafür ist das <a href="Schloss_Moritzburg_(Zeitz)" title="Schloss Moritzburg (Zeitz)">Schloss Moritzburg in Zeitz</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ursprünge_des_Bastionärsystems_nach_„italienischer_Manier“"><span id="Urspr.C3.BCnge_des_Bastion.C3.A4rsystems_nach_.E2.80.9Eitalienischer_Manier.E2.80.9C"></span><span id="Urspr.C3.BCnge_des_Bastion.C3.A4rsystems"></span><span id="Ursprünge_des_Bastionärsystems"></span> Ursprünge des Bastionärsystems nach „italienischer Manier“</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Bastion" title="Bastion">Bastion</a></i></div>
<p>In <a href="Italien" title="Italien">Italien</a> wurde eine Lösung für die Beseitigung der wehrbaulichen Probleme (u. a. „toter Winkel“ aus Kapitel „Erste Artilleriebefestigungen“) gefunden. Bereits 1452 schlug <a href="Leon_Battista_Alberti" title="Leon Battista Alberti">Leon Battista Alberti</a> in seinem Architekturlehrbuch <i><a href="Leon_Battista_Alberti#De_re_aedificatoria_(„Über_das_Bauwesen“),_1443–1452" title="Leon Battista Alberti">De Re Aedificatoria</a></i> (Buch IV, Kapitel 4) vor, dem Verlauf von Stadtmauern einen <a href="S%C3%A4ge" title="Säge">sägezahnartigen</a> Grundriss zu verleihen. Ebenso plädierte er für erhöhte Außenränder eines <a href="Stadtgraben" title="Stadtgraben">Stadtgrabens</a> bei gleichzeitig verringerter Mauerhöhe, damit Geschosse die Mauern nicht direkt treffen können.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts entwickelten andere italienische Architekturtheoretiker ähnliche Konzepte, daher auch die Bezeichnung der neuen Festungsbauart als <i>trace italienne</i>, doch fanden sie damit zunächst wenig Beachtung. Eine entscheidende Entwicklung begann 1487, als der <a href="Architekt" title="Architekt">Architekt</a> <a href="Giuliano_da_Sangallo" title="Giuliano da Sangallo">Giuliano da Sangallo</a> mit der Befestigung von <a href="Poggio_Imperiale" title="Poggio Imperiale">Poggio Imperiale</a> beauftragt wurde. Dabei plante er den Bau von zehn winkligen <a href="Bastion" title="Bastion">Bastionen</a>, die weit aus den Festungsmauern herausragten. Die beiden vorderen Seiten einer Bastion, <a href="Fachbegriffe_Festungsbau#F" class="mw-redirect" title="Fachbegriffe Festungsbau">Facen</a> genannt, liefen im Bastionswinkel zusammen, dem <a href="Saillant_(Festungsbau)" class="mw-redirect" title="Saillant (Festungsbau)">Saillant</a>. Die beiden als <a href="Flanke_(Milit%C3%A4r)" title="Flanke (Militär)">Flanken</a> bezeichneten, kürzeren hinteren Seiten bildeten mit dem Festungswall einen <a href="Rechter_Winkel" title="Rechter Winkel">rechten Winkel</a>. Bei einer Anordnung in regelmäßigen Abständen konnten sich Bastionen gegenseitig den bestmöglichen Feuerschutz bieten, wobei wegen ihres spitz zulaufenden Grundrisses kein toter Winkel vorhanden war. Deshalb setzten sich regelmäßige <a href="Vieleck" class="mw-redirect" title="Vieleck">Vielecke</a> als Idealform von Festungen durch.
</p><p>Der Beginn der Italienkriege im Jahre 1494 beschleunigte die Entwicklung der bastionierten Befestigungsweise. Das in Norditalien eingefallene, französische Heer unter König <a href="Karl_VIII._(Frankreich)" title="Karl VIII. (Frankreich)">Karl VIII.</a> führte aus <a href="Bronze" title="Bronze">Bronze</a> gegossene Kanonen mit sich, mit denen Eisenkugeln verschossen wurden. In Bezug auf Mobilität, Feuerkraft und Schussrate waren sie Bombarden überlegen. Ungehindert konnten die französischen Truppen nach Süditalien vordringen, wobei sie zahlreiche Städte und Burgen nach einem kurzen Bombardement einnahmen, sofern sich deren Garnisonen nicht kampflos ergaben. <a href="Antonio_da_Sangallo_der_%C3%84ltere" title="Antonio da Sangallo der Ältere">Antonio da Sangallo</a>, der jüngere Bruder von Giuliano, wurde noch im selben Jahr von <a href="Papst" title="Papst">Papst</a> <a href="Alexander_VI." title="Alexander VI.">Alexander VI.</a> mit der Erneuerung des <a href="Fort" title="Fort">Forts</a> von <a href="Civita_Castellana" title="Civita Castellana">Civita Castellana</a> beauftragt. Antonio da Sangallo ließ das Fort mit einem Rondell und vier Bastionen versehen.
</p><p>Von 1501 bis 1503 wurde in der päpstlichen Hafenstadt <a href="Nettuno" title="Nettuno">Nettuno</a> ein bastioniertes Fort nach Plänen von Giuliano da Sangallo erbaut. Die Bastionen an den Ecken des quadratischen Forts wiesen eine wesentliche Neuerung auf. Der hintere Teil der Bastionsflanken wurde zurückgezogen und der vordere Teil abgerundet, wodurch das so genannte <a href="Liste_von_Fachbegriffen_im_Festungsbau#O" title="Liste von Fachbegriffen im Festungsbau">Orillon</a> entstand. Das Orillon deckte die zurückgezogene Flanke, die für Belagerer nur schwer einzusehen war. Die zurückgezogenen Flanken verfügten über geschützbestückte Kasematten, sodass sich feindliche Truppen bei einem Sturmangriff auf den Wallabschnitt zwischen zwei Bastionen, der <a href="Kurtine" title="Kurtine">Kurtine</a>, einem schweren Kreuzfeuer ausgesetzt sahen. Im Gegensatz zu seinem Bruder Giuliano ließ Antonio da Sangallo bei späteren Bauten Bastionen mit winkligen Orillons errichten.
</p><p>Weitere Entwicklungen gehen auf den <a href="Verona" title="Verona">Veroneser</a> Architekten <a href="Michele_Sanmicheli" title="Michele Sanmicheli">Michele Sanmicheli</a> zurück, der die altitalienische <a href="Fachbegriffe_Festungsbau#M" class="mw-redirect" title="Fachbegriffe Festungsbau">Manier</a> des Festungsbaus prägte. Sanmicheli stand zeitweilig in päpstlichen Diensten und machte dabei Bekanntschaft mit den Sangallos, deren Ansätze zu einem Bastionärsystem er übernahm. Nach dem <a href="Sacco_di_Roma" title="Sacco di Roma">Sacco di Roma</a> von 1527 kehrte er in die <a href="Republik_Venedig" title="Republik Venedig">Republik Venedig</a> zurück, wo er 1530 den Auftrag erhielt, seine Heimatstadt Verona zu befestigen. Sanmicheli ließ Wälle und Bastionen von geringer Höhe und zugleich großer Tiefe erbauen. Lediglich die äußere Seite der Festungsanlagen bestand aus <a href="Mauerwerk" title="Mauerwerk">Mauerwerk</a>, das durch Stützpfeiler verstärkt und mit Erde aufgefüllt wurde. Um eine Erstürmung der relativ niedrigen Festungswerke zu erschweren, wurden diese mit einem breiten <a href="Burggraben" title="Burggraben">Graben</a> umgeben. In den zurückgezogenen Flanken befanden sich zwei Geschützplattformen auf verschiedenen Ebenen, wodurch sich die seitwärts ausgerichtete Feuerkraft der Bastionen erhöhte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entwicklung_der_neuitalienischen_Manier">Entwicklung der neuitalienischen Manier</h3></div>
<p>Bis zum späten 16. Jahrhundert wurden Bastionsbefestigungen um weitere, grundlegende Elemente ergänzt, was zur Entstehung der neuitalienischen Manier führte. Im Jahre 1556 schlug <a href="Nicolo_Tartaglia" class="mw-redirect" title="Nicolo Tartaglia">Nicolo Tartaglia</a> in seinen <i>Quesiti et Inventioni diverse</i> vor, am äußeren Rand des Festungsgrabens einen breiten Weg auszuheben, in dem sich <a href="Infanterie" title="Infanterie">Infanteristen</a> postieren können. Eine feindwärts abfallende Erdaufschüttung, das <a href="Glacis_(Festungsbau)" title="Glacis (Festungsbau)">Glacis</a>, deckte den Weg und zugleich die niedrigen Wälle und Bastionen. <a href="Pietro_Cataneo" title="Pietro Cataneo">Pietro Cataneo</a> steigerte den Nutzen des <a href="Gedeckter_Weg" title="Gedeckter Weg">gedeckten Weges</a> durch <a href="Waffenplatz" title="Waffenplatz">Waffenplätze</a>, die als Sammelpunkte für eine größere Anzahl von Soldaten dienten. Diese konnten besonders starke Widerstandsnester bilden oder einen Ausfall durchführen.
</p><p>Die Bastionen wurden deutlich vergrößert und in Abständen angeordnet, die der Reichweite der damaligen Geschütze entsprachen. <a href="Kavalier_(Festungsbau)" title="Kavalier (Festungsbau)">Kavaliere</a> genannte Werke aus Erde bildeten auf den Bastionen eine erhöhte Geschützplattform. Zudem wurden in den Gräben vor sämtlichen Kurtinen <a href="Ravelin" title="Ravelin">Ravelins</a> errichtet, die aus zwei zusammenlaufenden Facen bestanden. An ihrer Rückseite, der <a href="Kehle_(Festungsbau)" class="mw-redirect" title="Kehle (Festungsbau)">Kehle</a>, waren sie breit genug, um den gesamten Grabenabschnitt zwischen den Bastionen unter Feuer nehmen zu können. Die Wälle, die Ravelins und der gedeckte Weg bildeten drei Verteidigungslinien, welche die für eine effektive Artilleriebefestigung notwendige Tiefe des Kampfraumes gewährleisteten.
</p><p>Mit der Entstehung des Bastionärsystems ging im Italien des 16. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit einher. Zahlreiche Städte erhielten eine komplette Umwallung aus bastionierten Befestigungsanlagen, doch ließ sich ein regelmäßiger, polygonaler Grundriss meist nur bei neu errichteten <a href="Idealstadt" title="Idealstadt">Idealstädten</a> verwirklichen. In Städten wie <a href="Ancona" title="Ancona">Ancona</a>, <a href="Florenz" title="Florenz">Florenz</a> und <a href="Turin" title="Turin">Turin</a> wurden zudem <a href="Zitadelle" title="Zitadelle">Zitadellen</a> erbaut, die nicht nur den stärksten Teil einer Festungsstadt bildeten, sondern auch als Symbol fürstlicher Autorität verstanden werden sollten. Nach dem Vorbild der Bauten von <a href="Francesco_Paciotto" title="Francesco Paciotto">Francesco Paciotto</a> setzte sich das <a href="F%C3%BCnfeck" title="Fünfeck">Fünfeck</a> als Grundform der Zitadelle durch. Ein weiteres wehrbauliches Konzept war der <a href="Palazzo_in_fortezza" title="Palazzo in fortezza">Palazzo in fortezza</a>, der befestigte Palast. Ein derartiges Bauwerk, der <a href="Palazzo_Farnese_(Caprarola)" title="Palazzo Farnese (Caprarola)">Palazzo Farnese</a>, entstand von 1559 bis 1573 in <a href="Caprarola" title="Caprarola">Caprarola</a>.
</p><p>Der Bau von Artilleriebefestigungen war mit enormen Kosten und einem hohen Zeitaufwand verbunden. So sollte die Umwallung der <a href="Vatikanstadt" title="Vatikanstadt">Vatikanstadt</a> nach Plänen aus dem Jahre 1537 achtzehn große Bastionen umfassen, doch musste diese Zahl bereits 1542 aus Kostengründen deutlich verringert werden. Erst im 17. Jahrhundert wurden die Arbeiten abgeschlossen. Verheerende Folgen hatte der Festungsbau für die <a href="Republik_Siena" title="Republik Siena">Republik Siena</a>, die 1553 mit der Bastionierung von siebzehn Städten begann und dafür einen Großteil ihres Haushalts aufwandte. Als 1554 ein <a href="Spanien" title="Spanien">spanisches</a> Invasionsheer nach Siena vordrang, befanden sich die meisten Festungswerke noch im Bau, zudem fehlten den Sienesern nun die finanziellen Mittel zur Aufstellung eines schlagkräftigen Heeres. Die Republik wurde bis 1555 vollständig erobert.
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Festungsbau_in_den_Niederlanden">Festungsbau in den Niederlanden</h3></div>
<p>1568 erhoben sich die <a href="Niederlande" title="Niederlande">Niederländer</a> gegen die Herrschaft der spanischen <a href="Habsburg" title="Habsburg">Habsburger</a>, wodurch der <a href="Achtzigj%C3%A4hriger_Krieg" title="Achtzigjähriger Krieg">Achtzigjährige Krieg</a> ausgelöst wurde. Die Aufständischen sahen sich zur schnellen Befestigung ihrer Stützpunkte gezwungen, was unter der Anpassung an die topographischen Gegebenheiten zur Herausbildung der altniederländischen Manier führte. Zunächst errichteten die Niederländer hinter den mittelalterlichen Mauern ihrer Städte Wälle und hoben Gräben aus, wie etwa 1572 bei der Belagerung von <a href="Haarlem" title="Haarlem">Haarlem</a>. Bald darauf gingen sie dazu über, nach italienischem Vorbild geformte Bastionen und Ravelins aus Erde vor den Stadtmauern anzulegen. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurden die niederländischen Festungswerke vollständig aus Erde erbaut, mit Grassoden bedeckt und von Wassergräben umgeben. Diese letzte Entwicklungsstufe hatte sich bereits 1533 bei der Befestigung von <a href="Breda" title="Breda">Breda</a> durch <a href="Heinrich_III._(Nassau)" title="Heinrich III. (Nassau)">Heinrich III. von Nassau</a> im Voraus angedeutet. Ein theoretisches Fundament erhielt der vollständig auf Mauerwerk verzichtende, niederländische Festungsbau durch Autoren wie <a href="Simon_Stevin" title="Simon Stevin">Simon Stevin</a>, den <a href="Moritz_(Oranien-Nassau)" class="mw-redirect" title="Moritz (Oranien-Nassau)">Moritz von Oranien</a> zum Generalquartiermeister ernannte.
</p><p>Neben der Verwendung von Erde als einzigem <a href="Baustoff" title="Baustoff">Baustoff</a> für Befestigungsanlagen traten weitere Besonderheiten. Um gegnerischen Truppen den Einsatz von <a href="Sturmleiter" title="Sturmleiter">Sturmleitern</a> unmöglich zu machen, wurden spitze Holzpfähle in die Festungswerke gerammt, die so genannten <a href="Sturmpfosten" class="mw-redirect" title="Sturmpfosten">Sturmpfosten</a>. Zur besseren Beherrschung des Grabens wurden die Wälle und Bastionen von einem Weg und einem zusätzlichen, niedrigeren Schutzwall umgeben, der <a href="Fausse-Braie" title="Fausse-Braie">Fausse-Braie</a>. Die niederländischen Ingenieure berücksichtigten stets die Reichweite von <a href="Muskete" title="Muskete">Musketen</a>, sodass sie Bastionen in geringeren Abständen anordneten, als es nach der neuitalienischen Manier üblich war. Die Bastionen waren in der Regel weder kasemattiert noch mit zurückgezogenen Flanken versehen. Ein anderes, grundlegendes Charakteristikum des niederländischen Festungsbaus war die Anlage von zahlreichen Außenwerken, darunter <a href="Hornwerk" title="Hornwerk">Hornwerke</a> und <a href="Kronwerk" class="mw-redirect" title="Kronwerk">Kronwerke</a>. Hinzu kamen die <a href="Demi-lune" class="mw-redirect" title="Demi-lune">Demi-lunes</a>, die im Graben vor den Bastionen errichtet wurden. Ein zweiter, schmalerer Wassergraben, die <a href="Avant-Fosse" class="mw-redirect" title="Avant-Fosse">Avant-Fosse</a>, umgab das Glacis.
</p><p>Moritz von Oranien ließ Städte wie <a href="Coevorden" title="Coevorden">Coevorden</a> zu Idealfestungen der altniederländischen Manier umwandeln. Darüber hinaus erbauten die Niederländer 1599 entlang der <a href="Waal_(Fluss)" title="Waal (Fluss)">Waal</a> und der <a href="Maas" title="Maas">Maas</a> einen <a href="Kordon_(Festung)" class="mw-redirect" title="Kordon (Festung)">Kordon</a> aus <a href="Befestigungsanlage" class="mw-redirect" title="Befestigungsanlage">Schanzen</a>, der Schutz vor den von <a href="%E2%80%99s-Hertogenbosch" title="’s-Hertogenbosch">’s-Hertogenbosch</a> ausgehenden Angriffen der Spanier bieten sollte. Im Winter 1605 wurde der Kordon auf die <a href="IJssel" title="IJssel">IJssel</a> ausgeweitet. Bei den Schanzen handelte es sich um kleine Befestigungsanlagen aus Erde, die durch Wälle miteinander verbunden wurden. Bei drohender Gefahr warnten ihre Besatzungen die Stützpunkte im Hinterland durch Schüsse oder Signalfeuer.
</p><p>Die Instandhaltung der ohne Mauerwerk errichteten Festungsanlagen war äußerst aufwändig. Sie waren nur bedingt für die permanente Nutzung geeignet, sodass sie sich eher als weit entwickelte <a href="Feldbefestigung" title="Feldbefestigung">Feldbefestigungen</a> einstufen lassen. Andererseits konnten sie innerhalb kurzer Zeit bei einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand erbaut werden. Zudem boten die Festungswerke aus Erde mit ihren breiten Wassergräben ein hohes Defensivpotenzial. Aufgrund dieser Vorzüge fand die altniederländische Manier im Laufe des 17. Jahrhunderts vor allem im nordeuropäischen Raum rege Verbreitung, wo Ziegel und Steine kostspielige Baustoffe waren. 1630 erschien die bedeutendste der in deutscher Sprache verfassten Abhandlungen über das Festungswesen in den Niederlanden, die <i>Architectura Militaris Nova et Aucta</i> von <a href="Adam_Freitag" title="Adam Freitag">Adam Freitag</a>.
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verbreitung_der_bastionierten_Befestigungsweise">Verbreitung der bastionierten Befestigungsweise</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Frankreich">Frankreich</h4></div>
<p>Während der Regentschaft von <a href="Franz_I._(Frankreich)" title="Franz I. (Frankreich)">Franz I.</a> fand das Bastionärsystem auch in Frankreich Verbreitung. 1534 engagierte Franz den italienischen Ingenieur <a href="Girolamo_Marini_(Architekt)" title="Girolamo Marini (Architekt)">Girolamo Marini</a>, der zuvor für Papst <a href="Clemens_VII._(Papst)" title="Clemens VII. (Papst)">Clemens VII.</a> tätig gewesen war. Innerhalb weniger Jahre erhöhte sich die Zahl der italienischen Baumeister in französischen Diensten auf über Hundert. Unter der Leitung von Marini bastionierten sie mehrere Festungen in Nordfrankreich, darunter <a href="Maubert-Fontaine" title="Maubert-Fontaine">Maubert-Fontaine</a>, <a href="Charleville-M%C3%A9zi%C3%A8res" title="Charleville-Mézières">Mézières</a> und <a href="Mouzon_(Ardennes%2C_Ort)" title="Mouzon (Ardennes, Ort)">Mouzon</a>. Nachdem französische Truppen 1543 <a href="Luxemburg_(Stadt)" title="Luxemburg (Stadt)">Luxemburg</a> eingenommen hatten, ließ Marini die Stadt mit Artilleriebefestigungen versehen, doch konnte Kaiser <a href="Karl_V._(HRR)" title="Karl V. (HRR)">Karl V.</a> sie bereits im darauf folgenden Jahr zurückerobern. Die von Karls Truppen auf diesem Feldzug zerstörte Ortschaft Vitry-en-Perthois wurde an einer anderen Stelle als Festungsstadt wieder aufgebaut und zu Ehren von Franz I. in <a href="Vitry-le-Fran%C3%A7ois" title="Vitry-le-François">Vitry-le-François</a> umbenannt. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts hatten sich auch französische Ingenieure mit der bastionierten Befestigungsweise vertraut gemacht. So beauftragte Generalmajor <a href="Fran%C3%A7ois_de_Sc%C3%A9peaux%2C_comte_de_Durtal" title="François de Scépeaux, comte de Durtal">François de Scépeaux</a> im Jahre 1552 den Sieur de Saint-Rémy mit der Befestigung von <a href="Verdun" title="Verdun">Verdun</a>.
</p><p>Während der von 1562 bis 1598 tobenden <a href="Hugenottenkriege" title="Hugenottenkriege">Hugenottenkriege</a> wurden in Frankreich zahlreiche provisorische Festungsanlagen errichtet. Die <a href="Hugenotten" title="Hugenotten">Hugenotten</a> schütteten vor den Mauern der von ihnen kontrollierten Städte Bastionen und Ravelins aus Erde auf. Diese Befestigungsweise wurde unter anderem von den aufständischen Niederländern aufgegriffen und war als „à la Huguenote“ bekannt. Mit Hilfe des Venezianers Scipione Vergano bauten die Hugenotten ihren wichtigsten Stützpunkt, die Hafenstadt <a href="La_Rochelle" title="La Rochelle">La Rochelle</a>, im Jahre 1569 zu einer der stärksten Festungen auf französischem Boden aus. Der 1573 von <a href="Karl_IX._(Frankreich)" title="Karl IX. (Frankreich)">Karl IX.</a> unternommene Versuch, La Rochelle einzunehmen, scheiterte unter enormen Verlusten.
</p><p><a href="Heinrich_IV._(Frankreich)" title="Heinrich IV. (Frankreich)">Heinrich IV.</a> führte das Ende der Glaubenskämpfe herbei und konnte sich vor diesem Hintergrund auf die Sicherung der französischen Grenzen konzentrieren. Heinrich ließ ein umfangreiches Festungsbauprogramm durchführen, für das zwischen 1595 und 1610 knapp 7,8 Millionen <a href="Livre" title="Livre">Livres</a> aufgewandt wurden. <a href="Grenoble" title="Grenoble">Grenoble</a>, <a href="Toulon" title="Toulon">Toulon</a> und fast dreißig weitere Städte wurden bastioniert und Grenzfestungen wie <a href="Boulogne-sur-Mer" title="Boulogne-sur-Mer">Boulogne</a>, <a href="Calais" title="Calais">Calais</a> und <a href="Montreuil-sur-Mer" title="Montreuil-sur-Mer">Montreuil</a> verstärkt. Die meisten dieser wehrbaulichen Projekte wurden von <a href="Jean_Errard_de_Bar-le-Duc" title="Jean Errard de Bar-le-Duc">Jean Errard de Bar-le-Duc</a> geplant und geleitet, der 1594 mit <i>La Fortification Démonstrée et Réduicte en Art</i> eines der ersten französischen Werke über das Bastionärsystem veröffentlicht hatte. Die darin beschriebenen Fortifikationskonzepte wiesen gewisse Mängel auf, da Errard weitgehend auf Außenwerke verzichtete. Die Facen der von ihm entworfenen Bastionen bildeten mit den Flanken einen rechten Winkel, wodurch der gegenseitige Feuerschutz erschwert wurde. Dennoch gilt Jean Errard allein aufgrund der Vielzahl der von ihm geplanten Festungen als erster bedeutender französischer Ingenieur.
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<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Britische_Inseln">Britische Inseln</h4></div>
<p>Im Februar 1539 ordnete <a href="Heinrich_VIII._(England)" title="Heinrich VIII. (England)">Heinrich VIII.</a> die Durchführung eines umfangreichen Festungsbauprogramms zur Sicherung der englischen Süd- und Ostküste an. Im Jahr zuvor hatten der französische König Franz I. und der römisch-deutsche Kaiser Karl V. ihre Differenzen vorläufig beigelegt, was in Heinrich die Befürchtung einer Invasion weckte. Der englische Monarch ließ 28 Küstenfestungen erbauen, wobei die dafür nötigen, finanziellen Mittel aus dem Verkauf der von ihm eingezogenen Kirchengüter stammten. Diese auch als <i><a href="Device_Fort" title="Device Fort">Device Forts</a></i> bekannten Festungen waren noch vor ihrer Fertigstellung wehrtechnisch überholt, da es sich bei ihnen um rondellierte Zirkularbauten handelte.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Erste Erfahrungen mit dem Bastionärsystem sammelten die Engländer 1545 bei der Belagerung von Boulogne, als sie unter der Anleitung des italienischen Baumeisters Girolamo Pennacchi bastionierte Feldbefestigungen anlegten. Wenige Jahre später entstanden auch in England Bastionsbefestigungen. Auf Weisung von Königin <a href="Maria_I._(England)" title="Maria I. (England)">Maria I.</a> arbeitete Sir Richard Lee 1558 einen Plan zur Fortifizierung von <a href="Berwick-upon-Tweed" title="Berwick-upon-Tweed">Berwick-upon-Tweed</a> aus, dessen bauliche Umsetzung von mangelnden Fachkenntnissen zeugte. In den darauf folgenden Jahrzehnten sank der Stellenwert des Festungsbaus in England deutlich, was sich unter <a href="Elisabeth_I." title="Elisabeth I.">Elisabeth I.</a> aufgrund der Gefahr einer spanischen Invasion änderte. Zwischen 1586 und 1588 ließ Elisabeth <a href="Dover" title="Dover">Dover</a> und <a href="Great_Yarmouth" title="Great Yarmouth">Great Yarmouth</a> durch neue Festungswerke verstärken, doch hätten sich diese kurzfristigen Maßnahmen wahrscheinlich als nicht ausreichend erwiesen, wenn der <a href="Spanische_Armada" title="Spanische Armada">spanischen Armada</a> die Landung auf englischem Boden geglückt wäre.
</p><p>Als 1642 der <a href="Englischer_B%C3%BCrgerkrieg" title="Englischer Bürgerkrieg">Bürgerkrieg</a> ausbrach, verfügten nur wenige englische Städte über zeitgemäße Befestigungsanlagen. Bei der Sicherung ihrer Stützpunkte richteten sich sowohl Parlamentarier als auch Royalisten nach der niederländischen Befestigungsweise, mit der sich diverse Befehlshaber auf beiden Seiten als Freiwillige im Achtzigjährigen Krieg vertraut gemacht hatten. In Städten wie <a href="King%E2%80%99s_Lynn" title="King’s Lynn">King’s Lynn</a> wurden die mittelalterlichen Mauern durch Bastionen aus Erde ergänzt, während in Newark und <a href="Oxford" title="Oxford">Oxford</a> mit der Aufschüttung einer vollständigen Umwallung begonnen wurde. Zur frühzeitigen Bindung feindlicher Kräfte wurden im Umland von zahlreichen Ortschaften bastionierte Forts errichtet, die so genannten Sconces. Wie bei allen bekannten Wehrbauten des Englischen Bürgerkriegs wurde Erde als primärer Baustoff für Sconces verwendet, doch erhielten manche eine Revetierung aus Holz. Eine Besonderheit stellten die Fortifikationen von <a href="Bristol" title="Bristol">Bristol</a>, <a href="Chester" title="Chester">Chester</a>, <a href="London" title="London">London</a> und <a href="Plymouth" title="Plymouth">Plymouth</a> dar, die aus einem Ring von <a href="Sch%C3%BCtzengraben" title="Schützengraben">Schützengräben</a>, Schanzen, Forts und Hornwerken bestanden. Vorbild hierfür waren wahrscheinlich die <a href="Circumvallation" title="Circumvallation">Circumvallationslinien</a>, mit denen Städte auf dem europäischen Festland bei einer Belagerung üblicherweise eingeschlossen wurden.
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<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Portugal_und_die_Verbreitung_in_Afrika,_Asien_und_Südamerika"><span id="Portugal_und_die_Verbreitung_in_Afrika.2C_Asien_und_S.C3.BCdamerika"></span>Portugal und die Verbreitung in Afrika, Asien und Südamerika</h4></div>
<p>Mit dem Bau des berühmten <i><a href="Torre_de_Bel%C3%A9m" title="Torre de Belém">Turm von Belém</a></i> 1514–1520 als Verteidigungs- und Repräsentationsbauwerk an der Mündung des <a href="Tajo" title="Tajo">Tejo</a> in den Atlantik tritt eine Familie von Architekten in Erscheinung, die unter italienischem Einfluss die um das Jahr 1500 modernste <a href="Festungsbau" class="mw-redirect" title="Festungsbau">Festungsbauweise</a> etabliert und mit der <a href="Portugiesische_Kolonialgeschichte" title="Portugiesische Kolonialgeschichte">portugiesischen Expansion</a> weiter verbreitet. Dabei ist der Architekt des Turms von Belém, Francisco de Arruda, mit seinem Bruder Diogo de Arruda und seinem Sohn Miguel de Arruda gemeinsam mit dem Italiener Benedetto de Ravenna direkt am Bau der Festung <a href="El_Jadida" title="El Jadida">Mazagão</a>, dem heutigen El-Jadida in Marokko beteiligt. Die Brüder Diogo und Francisco sind auch federführend beim Bau der Festungen in <a href="Safi" title="Safi">Safim</a> (Safi) und <a href="Azamor" class="mw-redirect" title="Azamor">Azamor</a> (Azammour) – ebenfalls in Marokko. Miguel de Arruda ist auch am Bau der Festungen von <a href="Ceuta" title="Ceuta">Ceuta</a> und <a href="Tanger" title="Tanger">Tanger</a> beteiligt und zeichnet verantwortlich für die Festungen <a href="Fort_S%C3%A3o_Jorge_da_Mina" title="Fort São Jorge da Mina"><i>Fortaleza de São Jorge da Mina</i></a> (<a href="Elmina" title="Elmina">Elmina</a>, <a href="Ghana" title="Ghana">Ghana</a>), <a href="Fortaleza_de_S%C3%A3o_Sebasti%C3%A3o_(Mosambik)" title="Fortaleza de São Sebastião (Mosambik)"><i>Fortaleza de São Sebastião</i></a> auf der <a href="Ilha_de_Mo%C3%A7ambique" title="Ilha de Moçambique">Insel Mosambik</a> sowie der ersten Festungsbauten von <a href="Salvador_(Bahia)" title="Salvador (Bahia)"><i>Bahía de Todos os Santos</i></a> in <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a>. In Portugal baute er die Festung <i>Forte de São Julião da Barra</i> (1553–1568), die an der Mündung des Tejo in <a href="Oeiras" title="Oeiras">Oeiras</a> westlich von <a href="Lissabon" title="Lissabon">Lissabon</a> liegt.
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<p>Zahlreiche Festungen wurden in Afrika und Asien zur Sicherung des <a href="Seeweg_nach_Indien" title="Seeweg nach Indien">Seewegs nach Indien</a> errichtet. Neben den bereits genannten Anlagen finden sich neben vielen kleinen Forts große Festungen in Luanda (<a href="Festung_S%C3%A3o_Miguel_von_Luanda" title="Festung São Miguel von Luanda"><i>Fortaleza de São Miguel de Luanda</i></a>), Mombasa (<a href="Fort_Jesus" title="Fort Jesus">Festung <i>Jesus de Mombaça</i></a>) und auf der <a href="Ilha_de_Mo%C3%A7ambique" title="Ilha de Moçambique">Insel Mosambik</a>. Vor allem im 16. Jahrhundert entstanden Festungen in <a href="Jemen" title="Jemen">Jemen</a> (<a href="Sokotra_(Insel)" title="Sokotra (Insel)">Insel Sokotra</a>), <a href="Oman" title="Oman">Oman</a> (alleine vier im Raum <a href="Maskat" title="Maskat">Maskat</a>), <a href="Bahrain" title="Bahrain">Bahrain</a> (<a href="Qal%CA%BFat_al-Bahrain" title="Qalʿat al-Bahrain"><i>Forte do Barem</i></a>), Saudi-Arabien und Iran (<i>Forte de Queixome</i> in <a href="Qeschm_(Stadt)" title="Qeschm (Stadt)">Qeshm</a>, <i>Forte de Nossa Senhora da Conceição de Ormuz</i> in <a href="Hormus_(Insel)" title="Hormus (Insel)">Hormuz</a>), die auch dazu dienen sollten, den arabischen Seehandel zu unterbinden.
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<p>Mehrere große Festungsanlagen entstanden in Indien und Sri Lanka, darunter <a href="Diu" title="Diu">Diu</a>, <a href="Daman" title="Daman"><i>Damão</i></a>, <i>Baçaim</i> (<a href="Vasai-Virar" title="Vasai-Virar">Vasai-Virar</a>), Festungen in <a href="Goa" title="Goa">Goa</a> und in <a href="Kerala" title="Kerala">Kerala</a>, die <i>Fortaleza de Nossa Senhora dos Milagres de Jafanapatão</i> in <a href="Jaffna" title="Jaffna">Jaffna</a>, Festungen in <a href="Negombo" title="Negombo">Negombo</a>, <a href="Galle_(Sri_Lanka)" title="Galle (Sri Lanka)">Galle</a>, <a href="Batticaloa" title="Batticaloa">Batticaloa</a>, <a href="Trincomalee" title="Trincomalee">Trincomalee</a>.
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<p>Einen Schub erhielt der Festungsbau in Portugal selbst zunächst durch den <a href="Restaurationskrieg" title="Restaurationskrieg">Restaurationskrieg</a> 1640 bis 1668, der die Eigenstaatlichkeit Portugals gegenüber Spanien wiederherstellte. Eine Vielzahl Städte und Burgen wurden mit neuen bastionierten Festungsbauwerken versehen, so z. B. im Norden des Landes die Festungsstadt <i>Praça-forte de <a href="Valen%C3%A7a_(Portugal)" title="Valença (Portugal)">Valença</a></i>, im Alentejo vor allem <a href="Estremoz" title="Estremoz">Estremoz</a>, das einen komplett neuen zweiten Verteidigungsring erhielt (<i>Portas e baluartes da segunda linha de fortificações (Estremoz)</i>), <a href="Peniche" title="Peniche">Peniche</a> (<i>Praça-forte de Peniche</i>) an der Küste, dessen Festungsmauer Bastionen erhielt und einen Graben, der die Festungsstadt zur Insel machte oder ganz im Süden die Festung <i>Forte de São Sebastião</i>, die der mittelalterlichen Siedlung und Burg <i><a href="Castro_Marim" title="Castro Marim">Castro Marim</a></i> an der Mündung des <a href="Guadiana" title="Guadiana"><i>Rio Guadiana</i></a> unmittelbar vorgelagert errichtet wurde.
</p><p>In Übersee mussten jedoch etliche Festungsanlagen im 17. Jahrhundert aufgegeben werden, meist aufgrund von militärischem Druck der <a href="Niederl%C3%A4ndische_Ostindien-Kompanie" title="Niederländische Ostindien-Kompanie">Niederländischen Ostindien-Kompanie</a>. So zum Beispiel die og. Forts in Sri Lanka oder auch 1633 das <i>Forte dos Reis Magos</i> im brasilianischen <a href="Natal_(Brasilien)" title="Natal (Brasilien)">Natal</a>, das jedoch 1654 an Portugal zurückfiel. Hier war jedoch die <a href="Niederl%C3%A4ndische_Westindien-Kompanie" title="Niederländische Westindien-Kompanie">Niederländische Westindien-Kompanie</a> involviert, die versuchte in Brasilien eine eigene <a href="Niederl%C3%A4ndisch-Brasilien" title="Niederländisch-Brasilien">Kolonie</a> zu errichten (siehe <a href="Niederl%C3%A4ndisch-Portugiesischer_Krieg" title="Niederländisch-Portugiesischer Krieg">Niederländisch-Portugiesischer Krieg</a>).
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<p>Einen ähnlichen Effekt hatte der <a href="Siebenj%C3%A4hriger_Krieg" title="Siebenjähriger Krieg">Siebenjährige Krieg</a>, in dem Portugal und Spanien gegnerischen Lagern angehörten. In diesem Rahmen entstand eines der größten und am besten erhaltenen Festungssysteme der Welt in und um <a href="Elvas" title="Elvas">Elvas</a> unter dem Oberbefehl des <a href="Wilhelm_(Schaumburg-Lippe)" title="Wilhelm (Schaumburg-Lippe)">Grafen Wilhelm Friedrich Ernst zu Schaumburg-Lippe</a>, einem Theoretiker des Verteidigungskrieges, der das englisch-portugiesische Koalitionsheer anführte. Der <i>Conde de Lippe</i> entwarf die Festung <i>Nossa Senhora da Graça</i> selbst, die ihm zu Ehren später in <i>Forte de Lippe</i> umbenannt wurde. Ebenfalls im Rahmen dieses Krieges stehen die Festungsbauten im heutigen <a href="Uruguay" title="Uruguay">Uruguay</a>, hier vor allem hervorzuheben die <a href="Colonia_del_Sacramento" title="Colonia del Sacramento">Colónia do Sacramento</a> und die Festungen bei <a href="Chuy" title="Chuy">Chuy</a> an der Grenze zu <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a>. Auch in Brasilien finden sich entsprechende Anlagen, so z. B. bei Costa Marques im <a href="Bundesstaat_(Brasilien)" class="mw-redirect" title="Bundesstaat (Brasilien)">Bundesstaat</a> <a href="Rond%C3%B4nia" title="Rondônia">Rondônia</a> das <i>Real Forte Príncipe da Beira</i> am <a href="Rio_Guapor%C3%A9" title="Rio Guaporé">Rio Guaporé</a>, dem heutigen Grenzfluss zu <a href="Bolivien" title="Bolivien">Bolivien</a>.
</p><div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Preußische_Manier"><span id="Preu.C3.9Fische_Manier"></span>Preußische Manier</h2></div>
<p>Zur Zeit von <a href="Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich II. (Preußen)">Friedrich dem Großen</a> kam es zur Einführung der <i>altpreußischen Manier</i>. Hierbei richtete sich die äußere Form wieder mehr nach dem Platzbedarf der Festungsstädte und nicht mehr nach geometrischen Grundsätzen (<a href="Polygonalsystem" title="Polygonalsystem">Polygonalsystem</a>). Die Bastionen wurden stark verkleinert, und in einiger Entfernung wurde ein zweiter, äußerer Wall angelegt. An dessen Ecken wurden kleine <i>Forts</i> errichtet, die nach dem <i><a href="Tenaillensystem" title="Tenaillensystem">Tenaillensystem</a></i> in günstigen Positionen (Hügel) gebaut wurden und die auch hinten einen „Abschlusswall“ besaßen, sodass sich jedes alleine verteidigen konnte. Beim Tenaillensystem handelte es sich um eine Art Sternform, sodass ein optimales Flankenfeuer noch besser gewährleistet wurde. Ein Baumeister namens <i>Landsberg</i> hatte diese Methode propagiert, doch wurde nur einmal eine ganze Festung (Neubefestigung von <a href="Magdeburg" title="Magdeburg">Magdeburg</a> 1730) so errichtet, da sie sehr platzaufwendig waren und sehr verwundbar gegenüber <i><a href="Rikoschettschuss" title="Rikoschettschuss">Rikoschettschüssen</a></i> (Kanonenschüsse mit vorausberechneten Abprallern), für die Forts war sie aber gut geeignet. Da die Abstände zwischen diesen Forts sehr groß waren, wurde dazwischen, in der Mitte jedes Wallstücks, eine Art Bastion errichtet, die ebenfalls einen Abschlusswall besaß und damit ein eigenes „Miniaturfort“ bildete. Bei längeren Abschnitten beider Wälle wurden häufig kleinere „Ausstülpungen“ eingeschoben. Durch vorher angelegte <i>Minengänge</i> konnte ein in Feindeshand geratener Teil der Festung jederzeit gesprengt werden.
</p><p>Durch den <a href="Wiener_Kongress" title="Wiener Kongress">Wiener Kongress</a> 1814/15 konnte <a href="Preu%C3%9Fen" title="Preußen">Preußen</a> mit der <a href="Rheinprovinz" title="Rheinprovinz">Rheinprovinz</a> sein Staatsgebiet erheblich vergrößern. König <a href="Friedrich_Wilhelm_III._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich Wilhelm III. (Preußen)">Friedrich Wilhelm III.</a> erließ sofort Order, in der Rheinprovinz die großen Städte neu zu befestigen. In den folgenden Jahren entstanden z. B. die <a href="Festung_Koblenz" title="Festung Koblenz">Festung Koblenz</a>, die <a href="Festung_Minden" title="Festung Minden">Festung Minden</a> oder der <a href="Festungsring_K%C3%B6ln" title="Festungsring Köln">Festungsring Köln</a>. Andere preußische Festungen entstanden in <a href="Festung_Cosel" title="Festung Cosel">Cosel</a>, <a href="K%C3%B6nigsberg_(Preu%C3%9Fen)" title="Königsberg (Preußen)">Königsberg</a>, <a href="Magdeburg" title="Magdeburg">Magdeburg</a>, <a href="Posen" title="Posen">Posen</a>, <a href="Toru%C5%84" title="Toruń">Thorn</a>, <a href="Wittenberg" class="mw-redirect" title="Wittenberg">Wittenberg</a> und einigen anderen Städten oder an Flussläufen wie die <a href="Festung_K%C3%BCstrin" title="Festung Küstrin">Festung Küstrin</a>.
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<p>Die preußischen Festungen wurden nach zeitgenössischen Erkenntnissen der <i>neupreußischen</i> oder <i>neudeutschen Befestigungsmanier</i> erbaut. Diese behielt die Grundsätze der altpreußischen bei und koppelte sie mit den Ideen vom <a href="Marc-Ren%C3%A9_de_Montalembert" title="Marc-René de Montalembert">Marquis de Montalembert</a> und von <a href="Lazare_Nicolas_Marguerite_Carnot" title="Lazare Nicolas Marguerite Carnot">Lazare Carnot</a>. Anstatt Bastionen anzulegen, wurden im Festungsgraben große, zweistöckige hufeisenförmige Bauwerke (<i><a href="Kaponniere" title="Kaponniere">Kaponniere</a></i>) errichtet, die durch ein vorgeschobenes <i><a href="Deckwerk" title="Deckwerk">Deckwerk</a></i> aus Erde geschützt wurden (der Graben musste eine dreieckige Ausbuchtung erhalten, um alles zu umgeben). Dieses war gleich hoch wie die Kaponniere, während auf dem Dach derselben sich eine Brustwehr aus Erde befand. Die <a href="Kanone" title="Kanone">Kanonen</a> der Kaponniere selbst konnten den Feind erst angreifen, wenn dieser am angrenzenden Graben stand – im Gegensatz zu <a href="Haubitze" title="Haubitze">Haubitzen</a> und <a href="M%C3%B6rser_(Gesch%C3%BCtz)" title="Mörser (Geschütz)">Mörsern</a>. Deshalb wurden in der Spitze des Deckwerks weitere Bauwerke errichtet, die solche <i>Wurfgeschütze</i> enthielten. Zusätzlich wurden in den Ecken des gedeckten Wegs (zwischen <a href="Glacis_(Festungsbau)" title="Glacis (Festungsbau)">Glacis</a> und Graben) und unten im Graben kleine „Blockhäuser“ aufgestellt. Außerdem wurden die traditionellen Mauern an der Grabeninnenseite (<i>Escarpe</i>) jetzt auf die Höhe des Glacis erhöht, und zwischen dieser Mauer und dem Wall wurde ein kleiner Zwischenraum freigelassen, sodass man <a href="Schie%C3%9Fscharte" title="Schießscharte">Schießscharten</a> hinein machen konnte. Außerdem rutschte der Wall jetzt nicht mehr in den Graben, wenn diese Mauer eingeschossen wurde. In der Nähe der Kaponniere wurden außerdem häufig besonders breite <i>Rampen</i> angelegt, die in den Graben und hinaus auf den gedeckten Weg führten und so schnelle, großangelegte Ausfälle nicht mehr nur vom Tor aus ermöglichten. Zur weiteren Verbesserung des Flankenfeuers wurde die Innenwand des Glacis im leichten Zickzack angelegt. Indem man auch in der Mitte der einzelnen Wallabschnitte Deckwerke mit Kaponniere baute, konnte man diese länger machen.
</p>
<p>Der – maximal ein Kilometer – vorgeschobene Fortgürtel besaß jetzt keine Verbindungswälle mehr, die Forts waren also voneinander abgeschnitten. Jedes Fort war in etwa bastionsförmig oder fast dreieckig und hatte im Inneren ein zweistöckiges Bauwerk mit Brustwehr auf dem Dach – es war also eigentlich ein abgeschnittenes Deckwerk mit Miniatur-Kaponniere. Die Forts hatten jetzt auch keinen hinteren Wall mehr, sondern nur mehr einen hinteren Abschluss mit einer <a href="Kehle_(Festung)" title="Kehle (Festung)">Kehlkaserne</a> und einem Kehlgraben – so ließen sie sich besser vom Hauptwall aus kontrollieren. Alle Abstände bei einer Festung konnten später, nach der Einführung der gezogenen Geschütze verlängert werden.
</p><p>Außer in Frankreich löste die neue Methode allgemein das Bastionärsystem rasch ab. Allerdings wurde dieses Neudeutsche System nur bei strategisch wichtigen Festungen eingesetzt, um Geld zu sparen, die anderen ließ man oft schon jetzt langsam verfallen oder man zerstörte sie. Die Franzosen beharrten als Einzige länger auf der fortlaufenden Instandsetzung des alten Festungsgürtels von <a href="S%C3%A9bastien_Le_Prestre_de_Vauban" title="Sébastien Le Prestre de Vauban">Vauban</a>. Nach dem verlorenen Krieg 18<a href="70/71" class="mw-redirect" title="70/71">70/71</a> und dem Verlust von <a href="Elsa%C3%9F-Lothringen" class="mw-redirect" title="Elsaß-Lothringen">Elsaß-Lothringen</a> bauten sie die <a href="Barri%C3%A8re_de_fer" title="Barrière de fer">Barrière de fer</a>.
</p><p>Nachdem <a href="Geschichte_der_Stadt_Koblenz#Preußische_Zeit" title="Geschichte der Stadt Koblenz">Koblenz preußisch geworden war</a>, begann man unverzüglich mit der Neubefestigung in neupreußischer Manier. Die Stadt <a href="Koblenz" title="Koblenz">Koblenz</a> erhielt eine neue <a href="Stadtbefestigung_Koblenz" title="Stadtbefestigung Koblenz">Stadtumwallung</a> und auf den Höhenzügen um die Stadt wurden massive Festungen gebaut. Es entstand das größte militärische Bollwerk am <a href="Rhein" title="Rhein">Rhein</a>, eine der stärksten Bastionen. Die Militäringenieure <a href="Gustav_von_Rauch_(General)" title="Gustav von Rauch (General)">Gustav von Rauch</a> und <a href="Ernst_Ludwig_von_Aster_(General)" title="Ernst Ludwig von Aster (General)">Ernst Ludwig von Aster</a> errichteten mit ihr eine weitläufige <a href="Zitadelle" title="Zitadelle">Zitadelle</a>, die bis heute das Stadtbild von Koblenz prägt. Die Stadtbefestigung wurde 1890 wegen der fortschreitenden Kriegstechnik (<a href="Brisanzgranate" title="Brisanzgranate">Brisanzgranate</a>, <a href="Eisenbahngesch%C3%BCtz" title="Eisenbahngeschütz">Eisenbahngeschütze</a>) aufgegeben und vollständig abgerissen. Die Festungen in Koblenz verloren an militärischer Bedeutung, blieben aber bis zum <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> in Funktion. Danach wurden sie zum Teil <a href="Schleifung" title="Schleifung">geschleift</a> oder verwahrlosten.
</p><p>Von wenigen Ausnahmen abgesehen, neben Koblenz vor allem Metz, Straßburg, Mainz, Köln, Thorn und Posen, rückte der Unterhalt und die Anpassung von Festungen an die Entwicklung der Militärtechnik nach 1871 in den Hintergrund. Der strategische Schwerpunkt lag auf möglichst mobilen Heereseinheiten. Zudem verschlang das <a href="Deutsch-Britisches_Flottenwettr%C3%BCsten" title="Deutsch-Britisches Flottenwettrüsten">Deutsch-Britische Flottenwettrüsten</a> Summen, die unter anderem bei den Festungen eingespart wurden. Vor allem im Landesinneren wurden zahlreiche Festungen ganz aufgegeben und die Festungsringe, wenn auch zum Teil zögerlich, für Stadterweiterungen und Straßenbau freigegeben. Andere Städte blieben formal Festungen, die Verteidigungsanlagen wurden aber nicht mehr modernisiert.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den verbliebenen Festungsstädten verfügten die Festungsgouverneure und -kommandeure insbesondere im Fall einer militärischen Bedrohung über erhebliche Machtmittel gegenüber der städtischen Bevölkerung sowie der zivilen Verwaltung und Politik. Dazu zählte unter anderem die mögliche Ausweisung von Teilen der Bevölkerung, insbesondere wegen politischer Unzuverlässigkeit und wegen drohender Versorgungsschwierigkeiten. Zudem galten für Bewohner von Festungsstädte besondere Vorschriften, vor allem zur Bereithaltung von Vorräten, um die eigene Versorgung im Fall einer Einschließung durch gegnerische Kräfte sicherstellen zu können. Allerdings hätte die Militärverwaltung die in der Stadt verbleibenden Armen aus ihren eigenen Vorräten verpflegen müssen. Die Detailregelungen für den Fall der drohenden Einschließung verblieben lange auf dem Stand von kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts. Erst 1913 versuchte die deutsche Reichsregierung angesichts der allgemeinen Kriegserwartung die Verteidigungsfähigkeit der Festungen zu überprüfen und zu erhöhen. Je nach erwarteter Bedrohung sollten die Festungen zwischen drei und sieben Monaten zur autarken Versorgung, insbesondere mit Lebensmitteln, Medikamenten und Verbandsmaterial, in der Lage sein. Auf die Regierungsinitiative hin bildeten sich lokale Verpflegungsausschüsse, die den Stand der Vorbereitungen erfassen sollten. Die Erhebungen ergaben weitgehend das Bild unzureichender Überlebensfähigkeit. So wären in Köln die Kranken- und Waisenhäuser für rund zwei Monate und damit nahezu dem Mindestmaß entsprechend ausgestattet gewesen, die allgemeine Bevölkerung hätte aber allenfalls zwei Wochen lang ernährt werden können.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es folgten Beratungen und Erörterungen, bei denen es vor allem um die Kostenaufteilung der nötigen Verproviantierung zwischen den Kommunen und dem Reich ging. Diese waren erheblich. So wurden die Kosten für eine ausreichende Verproviantierung der Stadt Posen auf zehn Millionen Mark geschätzt, zu denen nach Kriegsbeginn noch einmal acht Millionen hinzugekommen wären.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Umgesetzt wurde bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs jedoch kaum etwas. Aber auch die mögliche Ausweisung Arbeitsunfähiger wurde näher erörtert. So wurden 1914 für Köln rund 100.000 Abzuschiebende, rund 16 Prozent der Stadtbevölkerung, angenommen. Diese Menschen hätten im Umland in Notunterkünften untergebracht werden sollen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Tatsächlich umgesetzt wurden Ausweisungen zunächst vor allem an und in der Nordsee. So musste fast die gesamte Helgoländer Bevölkerung bereits im August 1914 überstürzt die Insel verlassen und wurden anschließend zum Teil durch die Militärbehörden durch Geldzahlungen versorgt. Von Borkum gingen 575 Personen, teils freiwillig, teils auf Anweisung der Militärbehörden, aufs Festland. Der Großteil kehrte allerdings Mitte Oktober 1914 wieder zurück. Rund 50 Einwohner mussten die stark befestigte Insel Wangerooge verlassen. Auf den Nordfriesischen Inseln wurden bis zu 70 Personen in Schutzhaft genommen, die aber nach der Neutralitätserklärung Dänemarks wieder freikamen. Diese Anordnungen dienten vor allem auf Helgoland und Wangerooge dem Schutz der Bevölkerung vor Folgen eventueller Kampfhandlungen, sollten aber vor allem die Unterstützung möglicher britischer Landungsoperationen vereiteln.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In kleinem Umfang kam es auch in den östlichen Festungsstädten zur Evakuierung eines Teils der Bevölkerung. So wurden in Königsberg im August 1914 Familienangehörige von Militärpersonal sowie Rekruten nach Westen ins Landesinnere gebracht. In Breslau wurden die Insassen von Strafanstalten und Irrenhäusern abgeschoben.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Darüber hinaus verfügten Festungskommandanten auch über Befugnisse zur Pressezensur, zur Einschränkung kultureller Aktivitäten sowie zur Überwachung und vorübergehenden Verhaftung oder Abschiebung ins Reichsinnere einzelner Personen. Diese wurden insbesondere gegen nationale Minderheiten in Nordschleswig (Dänen), Preußen (Polen) und Lothringen (Franzosen) genutzt.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Festungen">Weitere Festungen</h2></div>
<p>Außerhalb Preußens entstanden etwa die deutsche <a href="Bundesfestung_Ulm" title="Bundesfestung Ulm">Bundesfestung Ulm</a>, die bayerisch-pfälzischen Festungen (<a href="Landesfestung_Ingolstadt" title="Landesfestung Ingolstadt">Landesfestung Ingolstadt</a>, <a href="Rothenberg_(Festung)" title="Rothenberg (Festung)">Festung Rothenberg</a>, <a href="Festung_Germersheim" title="Festung Germersheim">Festung Germersheim</a>), in Kursachsen die <a href="Dresdner_Befestigungsanlagen" title="Dresdner Befestigungsanlagen">Dresdner Befestigungsanlagen</a>, die <a href="Festung_Torgau" title="Festung Torgau">Festung Torgau</a> und die <a href="Festung_K%C3%B6nigstein" title="Festung Königstein">Festung Königstein</a>, im <a href="Hochstift_Bamberg" title="Hochstift Bamberg">Hochstift Bamberg</a> die Festungen <a href="Festung_Rosenberg" title="Festung Rosenberg">Rosenberg</a> und <a href="Festung_Forchheim" title="Festung Forchheim">Forchheim</a>, die Würzburger <a href="Festung_Marienberg" title="Festung Marienberg">Festung Marienberg</a>, die badische <a href="Festung_Rastatt" title="Festung Rastatt">Festung Rastatt</a>. Die fünf <a href="Fort" title="Fort">Forts</a> des zweiten Verteidigungsrings der kurerzbischöflichen <a href="Festung_Mainz" title="Festung Mainz">Festung Mainz</a>, die bereits zwischen 1710 und 1735 gebaut wurden, wurden modernisiert, weitere 18 Forts entstanden in einem dritten Verteidigungsring.
</p><p>In der Schweiz entstand ab 1659 die <a href="Festung_Aarburg" title="Festung Aarburg">Festung Aarburg</a>, in Italien wurde die alte <a href="Festung_Civitella_del_Tronto" title="Festung Civitella del Tronto">Festung Civitella del Tronto</a> neu befestigt, <a href="Oslo" title="Oslo">Oslo</a> wurde mit der <a href="Festung_Akershus" title="Festung Akershus">Festung Akershus</a> befestigt, im 19. Jahrhundert entstand die <a href="Festung_Antwerpen" title="Festung Antwerpen">Festung Antwerpen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Feste">Feste</h2></div>
<p>Als Feste (auch Gruppenbefestigung oder französisch <i>groupe fortifié</i>) bezeichnet man einen in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Festungstyp. Die immer stärker gewordene Angriffsartillerie erforderte es, die Geschütze einer Festung, die den Fernkampf zu führen hatten, unter Panzerschutz zu stellen. Gleichzeitig musste der Infanterie durch betonierte Kasernen ein entsprechender Schutz geboten werden. Das entscheidende Merkmal der Feste war, die Lage vor allem dieser beiden wichtigsten Elemente einer modernen Festung – <a href="Panzerbatterie" title="Panzerbatterie">Panzerbatterie</a> und Infanteriewerk – ausschließlich an die Lokalität anzupassen. Die einzelnen Anlagen wurden über das Gelände verstreut (sogenannte aufgelöste Bauweise), um aus der gegebenen Landschaft einen möglichst großen taktischen Vorteil zu gewinnen. Damit endete die Zeit der Einheitsforts im Festungsbau. Das neue Konzept wurde in Deutschland mit AKO (<a href="Kabinettsorder" title="Kabinettsorder">Allerhöchster Kabinetts-Ordre</a>) vom 30. Juni 1897 beschlossen. Als erste Befestigung dieses neuen Typs wurde die Feste Haeseler südlich von Metz ab 1899 errichtet. Insgesamt wurden erbaut:
</p>
<table>
<tbody><tr>
<td>Bei <a href="Metz" title="Metz">Metz</a>:
</td>
<td><a href="Feste_Kronprinz" title="Feste Kronprinz">Feste Kronprinz</a>, <a href="Festung_Metz#Deutsche_Zeit_1871–1918" title="Festung Metz">Feste Kaiserin, Feste Leipzig, Feste Lothringen, Feste von der Goltz, Feste Luitpold, Feste Wagner, Feste Haeseler</a>
</td></tr>
<tr>
<td>Bei Mutzig-Molsheim (<a href="Stra%C3%9Fburg" title="Straßburg">Straßburg</a>):
</td>
<td><a href="Feste_Kaiser_Wilhelm_II." title="Feste Kaiser Wilhelm II.">Feste Kaiser Wilhelm II.</a> (in der 2. Bauphase)
</td></tr>
<tr>
<td>Bei <a href="Thionville" title="Thionville">Thionville</a> (Diedenhofen):
</td>
<td><a href="Feste_Obergentringen" title="Feste Obergentringen">Feste Obergentringen</a>, <a href="Feste_K%C3%B6nigsmachern" title="Feste Königsmachern">Feste Königsmachern</a>, <a href="Feste_Illingen" title="Feste Illingen">Feste Illingen</a>
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Isteiner_Klotz" title="Isteiner Klotz">Isteiner Klotz</a>:
</td>
<td><a href="Isteiner_Klotz#Festungsbau" title="Isteiner Klotz">Feste Istein</a>
</td></tr></tbody></table>
<p>In den dreißig Jahren vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurden rund 500 Millionen Reichsmark investiert, um die Landesverteidigung zu stärken.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Maginot-Linie" title="Maginot-Linie">Maginot-Linie</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Festungen_des_Ersten_Weltkrieges">Festungen des Ersten Weltkrieges</h2></div>
<dl><dt>Österreich-Ungarn</dt></dl>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="%C3%96sterreichische_Festungswerke_an_der_Grenze_zu_Italien" title="Österreichische Festungswerke an der Grenze zu Italien">Österreichische Festungswerke an der Grenze zu Italien</a></i></div>
<p>An der Straße von <a href="Bovec" title="Bovec">Bovec</a> in Slowenien zum <a href="Predilpass" title="Predilpass">Predilpass</a> (slow. Predel) befinden sich zwei k. u. k. Festungswerke des Ersten Weltkrieges: die 1881/82 erbaute sog. Flitscher Klause (slow.: Trdnjava Kluže) und die Ruine des Forts Hermann.
Beide Festungen sollten den strategisch wichtigen Predelpass ins <a href="Kanaltal" title="Kanaltal">Kanaltal</a> abriegeln und waren somit ein Teil der <a href="Isonzofront" class="mw-redirect" title="Isonzofront">Isonzofront</a>.
Vom Fort Hermann steht nur noch eine Ruine. Dessen Betonpanzer konnte den neuartigen Granaten nicht standhalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="„Festung“_im_Zweiten_Weltkrieg_(1944/45)"><span id=".E2.80.9EFestung.E2.80.9C_im_Zweiten_Weltkrieg_.281944.2F45.29"></span>„Festung“ im Zweiten Weltkrieg (1944/45)</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Fester_Platz_(Wehrmacht)" title="Fester Platz (Wehrmacht)">Fester Platz (Wehrmacht)</a> und <a href="Festung_(Wehrmacht)" title="Festung (Wehrmacht)">Festung (Wehrmacht)</a></i></div>
<p>Während des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieges</a> (1939–1945) prägte <a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Adolf Hitler</a> den Begriff um: als Bezeichnung von Orten, die aufgrund ihrer operativen Bedeutung als Verkehrsknotenpunkte besonders hartnäckig verteidigt werden sollten, auch wenn das ihre Einschließung bedeutete. Im März 1944 erklärte er per <a href="F%C3%BChrerbefehl" class="mw-redirect" title="Führerbefehl">Führerbefehl</a> zahlreiche Orte zu Festungen.
Das Konzept bewährte sich nicht und führte zu größeren Verlusten der Wehrmacht.
</p><p>Hitler ernannte im Januar 1944 alle wichtigen Hafenstädte im Westen zu „Festungen“. Beispiele:
</p>
<ul><li>Am 27. Mai 1944 griffen amerikanische Bomber die deutschen Militäranlagen in Marseille an. Am 28. August kapitulierten nach einwöchigem Kampf die deutschen Besatzer gegenüber den Truppen des <a href="Forces_Fran%C3%A7aises_Libres" class="mw-redirect" title="Forces Françaises Libres">Freien Frankreich</a>.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Die Verteidiger kämpften nicht so fanatisch wie zum Beispiel in OKW-Befehlen von Februar 1944 zur Verteidigung von Festungen gefordert. Darin war befohlen, „bis zum letzten Mann“ zu kämpfen und keinesfalls zu kapitulieren.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Nach der <a href="Landung_in_der_Normandie" class="mw-redirect" title="Landung in der Normandie">Landung in der Normandie</a> griffen alliierte Truppen <a href="Caen" title="Caen">Caen</a> an. Es kam zur verlustreichen <a href="Schlacht_um_Caen" title="Schlacht um Caen">Schlacht um Caen</a>, da die Alliierten aus ihrem <a href="Br%C3%BCckenkopf" title="Brückenkopf">Brückenkopf</a> ausbrechen und die Deutschen dies verhindern wollten. Caen war der einzige große Seehafen in diesem Brückenkopf und für die Anlandung des alliierten Nachschubs sehr wichtig.</li>
<li><a href="Paris" title="Paris">Paris</a> wurde 1944 zur Festung erklärt, obwohl die Deutschen kaum Ressourcen hatten, um die Stadt zu verteidigen. Hitler gab den <a href="Tr%C3%BCmmerfeldbefehl" class="mw-redirect" title="Trümmerfeldbefehl">Trümmerfeldbefehl</a>, der Stadtkommandant <a href="Dietrich_von_Choltitz" title="Dietrich von Choltitz">Dietrich von Choltitz</a> ignorierte diesen und kapitulierte im August 1944.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Hitler erklärte Anfang Dezember 1944 Budapest zur Festung.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ehemalige_Festungen_und_der_Denkmalschutz">Ehemalige Festungen und der Denkmalschutz</h2></div>
<p>Nach der Aufgabe einer Festung wurden im Normalfall sämtliche <i>Festungswerke</i> <a href="Schleifung" title="Schleifung">geschleift</a>, das heißt beseitigt und einer zivilen Nutzung zugeführt. Auf diese Art und Weise sind die meisten Festungen in Deutschland und in den europäischen Nachbarstaaten dem Erdboden gleichgemacht worden. Dies geschah vor allem im Zusammenhang mit der <i>Entfestigung</i> der großen Städte und nur in eher seltenen Fällen konnte eine städtische Festung der Nachwelt erhalten bleiben.
</p><p>Noch heute finden sich in den meisten europäischen Städten topografische Spuren der ehemaligen Befestigungen, da der mit dem Schleifen gewonnene ebene Baugrund zumeist zum Anlegen breiter Prachtstraßen verwendet wurde. Diese wurden entweder auf dem kompletten Festungsring oder doch auf Teilen davon errichtet. Die wohl bekanntesten Beispiele sind neben <a href="Paris" title="Paris">Paris</a> (das schon unter <a href="Ludwig_XIV." title="Ludwig XIV.">Ludwig XIV.</a> entfestet wurde), <a href="Friedrichsburg_(Mannheim)" title="Friedrichsburg (Mannheim)">Mannheim</a>, <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a>, <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a> und <a href="Wien" title="Wien">Wien</a>.
</p><p>Die Befestigungen Wiens samt Glacis wurde aufgrund der in der <a href="Kaiserlich_und_k%C3%B6niglich" title="Kaiserlich und königlich">k.u.k.</a> Generalität noch immer präsenten Angst vor der <a href="T%C3%BCrkengefahr" title="Türkengefahr">Türkengefahr</a> erst in den 1850er Jahren geschleift. Auf den freigewordenen Flächen wurden die <a href="Ringstra%C3%9Fe" title="Ringstraße">Ringstraße</a> und zum Teil sehr vornehme Stadtviertel errichtet, die nun Wien und die Wiener Vorstädte zu einer einheitlichen Stadt verbanden. Auch die im Französischen gebräuchliche Bezeichnung <i><a href="Boulevard" title="Boulevard">Boulevard</a></i> weist auf die ehemaligen Befestigungen hin, denn das französische Wort leitet sich von „Bollwerk“ ab und bezeichnet die an Stelle der ehemaligen Bollwerke angelegten Straßen. In manchen Städten hat sich sogar noch das Bastionärsystem im zick-zack-förmigen Straßenverlauf der Ringstraße niedergeschlagen. Auch in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> finden sich in den Straßennamen Reminiszenzen an die ehemaligen Befestigungen: Oberwall-, Niederwall- und die Wallstraße erinnern an den ursprünglichen Verlauf der Anlage. Weiterhin zeichnet die <a href="Berliner_Stadtbahn" title="Berliner Stadtbahn">Berliner Stadtbahn</a> mit ihrem gebogenen Verlauf zwischen den Bahnhöfen <a href="Bahnhof_Berlin_Jannowitzbr%C3%BCcke" title="Bahnhof Berlin Jannowitzbrücke">Jannowitzbrücke</a> und <a href="Bahnhof_Berlin_Hackescher_Markt" title="Bahnhof Berlin Hackescher Markt">Hackescher Markt</a> den Verlauf des alten Festungsgrabens nach.
</p>
<p>In Dresden wurden Teile der Festungsanlagen umfunktioniert und haben heute herausragenden Stellenwert als Kultureinrichtungen und Ensembles von Bauwerken. So wurde eine <a href="Bastion" title="Bastion">Bastion</a> zum <a href="Zwinger_(Dresden)" title="Zwinger (Dresden)">Zwinger</a> umgebaut. Auf der Seite des <a href="Kronentor" title="Kronentor">Kronentors</a> wurde vor dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> der schon verlandete Wassergraben der Festung freigelegt. Auch die <a href="Br%C3%BChlsche_Terrasse" title="Brühlsche Terrasse">Brühlsche Terrasse</a> geht auf die Festungsanlage zurück und besitzt bis in die Gegenwart <a href="Kasematten" class="mw-redirect" title="Kasematten">Kasematten</a> der Festung.
</p><p>Eine Besonderheit des Festungsbaus stellt in Deutschland die <a href="Festung_Minden" title="Festung Minden">Festung Minden</a> mit ihrem befestigten <a href="Bahnhof_Minden" class="mw-redirect" title="Bahnhof Minden">Bahnhof</a> dar. Die Anlage ist wegen ihrer frühen Aufhebung und der anschließend unterlassenen <a href="Schleifung" title="Schleifung">Schleifung</a> in weiten Teilen erhalten geblieben. Sie gibt den Stand des Festungsbaues des 19. Jahrhunderts wieder und stellt weiterhin anschaulich den Zusammenhang von Festung und <a href="Geschichte_der_Eisenbahn" title="Geschichte der Eisenbahn">Eisenbahn</a> her.
</p><p>Die Festung <a href="Plassenburg" title="Plassenburg">Plassenburg</a> in <a href="Kulmbach" title="Kulmbach">Kulmbach</a> präsentiert sich heute trotz der Teilzerstörung von 1806/07 als gewaltige Verteidigungsanlage, in deren Kern sich ein vierflügeliger Renaissancepalast befindet. In der Plassenburg zeigen sich nebeneinander mittelalterlicher Burgenbau, frühneuzeitliche Verteidigungsbauweise mit <a href="Rondell" title="Rondell">Rondellen</a> und <a href="Bastei_(Festung)" title="Bastei (Festung)">Basteien</a> in Ausmaßen wie sie <a href="Albrecht_D%C3%BCrer" title="Albrecht Dürer">Albrecht Dürer</a> in seiner Befestigungslehre von 1527 forderte, Bastionen in unterschiedlichen Bauweisen des 16. und 17. Jahrhunderts, sowie Kasernenbauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Mit der <a href="Hohe_Bastei" title="Hohe Bastei">Hohen Bastei</a> verfügte die Plassenburg über eines der größten Bollwerke dieser Art. Nach umfangreichen Umbauten der Nationalsozialisten durch <a href="Fritz_Todt" title="Fritz Todt">Fritz Todt</a> und <a href="Siegfried_Schmelcher" title="Siegfried Schmelcher">Siegfried Schmelcher</a> zwischen 1937 und 1942 erhält und restauriert seit den 1950er Jahren die <a href="Bayerische_Verwaltung_der_staatlichen_Schl%C3%B6sser%2C_G%C3%A4rten_und_Seen" title="Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen">Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen</a> die Festung.
</p><p>Von der <a href="Bundesfestung_Ulm" title="Bundesfestung Ulm">Bundesfestung Ulm</a> (1842–1859, mit nachträglichen Erweiterungen) ist trotz umfangreicher Abbruchmaßnahmen im frühen 20. Jahrhundert und in den 1960ern das meiste erhalten geblieben – so stehen heute noch die komplette Nordumwallung samt der Wilhelmsfeste, ein großer Teil der westlichen Neu-Ulmer Stadtumwallung, Reste der Stadtfronten westlich und östlich der Ulmer Altstadt sowie 12 der 14 Außenforts. Aus der Zeit der Reichsfestung Ulm stehen heute noch einige kleine, zum Teil nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengte Betonwerke der Hauptkampfstellung 1914. Um den Erhalt der gesamten Anlage kümmert sich heute der Förderkreis Bundesfestung Ulm.
</p>
<p>Von der 1937 offiziell aufgelassenen Bayerischen <a href="Landesfestung_Ingolstadt" title="Landesfestung Ingolstadt">Landesfestung Ingolstadt</a> sind noch zahlreiche Bauwerke aus verschiedenen Epochen erhalten, vor allem von den klassizistischen Befestigungen im stadtnahen Bereich. Von den <a href="Kavalier_(Festungsbau)" title="Kavalier (Festungsbau)">Kavalieren</a> wurde lediglich der <i>Kavalier Spreti</i> 1963 abgerissen. Die meisten Werke des vorgeschobenen Fortgürtels wurden allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg auf Befehl der amerikanischen Besatzungsmacht gesprengt; hier existiert lediglich noch das <a href="Fort_Prinz_Karl" title="Fort Prinz Karl">Fort Prinz Karl</a>.
</p><p>Vor allem an der Nordostgrenze Frankreichs blieben indes viele Festungsanlagen nahezu komplett erhalten (<a href="Belfort" title="Belfort">Belfort</a>, <a href="Neuf-Brisach" title="Neuf-Brisach">Neuf-Brisach</a>). Auch dies ist, parallel zu Wien, auf die Angst der zuständigen Generalität zurückzuführen, die in ständiger Sorge um eine Wiederholung des verheerenden Einmarsches der Deutschen im Jahre 1870 den bestehenden Festungsgürtel aufrechterhielten und ausbauten. Dies schien angesichts des siegreichen Ausganges des Ersten Weltkrieges eine erfolgversprechende <a href="Strategie_(Milit%C3%A4r)" title="Strategie (Militär)">Strategie</a> zu sein, an deren Ende der Bau der <a href="Maginot-Linie" title="Maginot-Linie">Maginot-Linie</a> stand. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte, nicht zuletzt forciert durch <a href="Charles_de_Gaulle" title="Charles de Gaulle">Charles de Gaulle</a>, ein allmähliches Umdenken der französischen Verteidigungspolitik.
</p><p>Mit der Erforschung historischer Festungen und ihrer Umgebung (Städte, Regionen) befassen sich verschiedene Vereinigungen in Europa. In Deutschland ist es die Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung e. V. (DGF), die regelmäßig wissenschaftlich publiziert, jährlich Tagungen und Exkursionen organisiert und im Jahr 2021 auf ihr vierzigjähriges Bestehen zurückblickt. Sie hat von Anfang an mit gleichartigen europäischen Initiativen und Einrichtungen eng zusammengearbeitet, so mit der Österreichischen Gesellschaft für Festungsforschung, der FORT.CH (Schweiz), der Stichting Menno van Coehoorn (Niederlande), der Fortress Study Group (Großbritannien), der Association Vauban (Frankreich) und den „Frënn vun der Festungsgeschicht Lëtzebuerg“ (Luxemburg).<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch das östliche Europa ist beteiligt; bereits auf der ersten Internationalen Tagung der DGF – 1981 in <a href="Wesel" title="Wesel">Wesel</a> – waren zwei Wissenschaftler aus Polen, von der <a href="Politechnika_Gdanska" class="mw-redirect" title="Politechnika Gdanska">Politechnika Gdanska</a>, als Referenten tätig.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einige Festungsanlagen und Festungssysteme haben es auf die <a href="UNESCO-Welterbe" title="UNESCO-Welterbe">UNESCO-Welterbeliste</a> geschafft<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, darunter u. a. die Festungen <a href="S%C3%A9bastien_Le_Prestre_de_Vauban" title="Sébastien Le Prestre de Vauban">Vaubans</a> und die Festungsanlagen der <a href="Republik_Venedig" title="Republik Venedig">Republik Venedig</a>. Aber auch einzelne Festungsanlagen sind in die Liste aufgenimmen worden wie die Festung San Pedro de la Roca in <a href="Santiago_de_Cuba" title="Santiago de Cuba">Santiago de Cuba</a>, das <a href="Galle_(Sri_Lanka)" title="Galle (Sri Lanka)">Fort Galle</a> in <a href="Sri_Lanka" title="Sri Lanka">Sri Lanka</a> oder die Festung <a href="Elvas" title="Elvas">Elvas</a> in <a href="Portugal" title="Portugal">Portugal</a>. Andere Festungen stehen wiederum als Teil von Stadtanlagen in der Liste wie z. B. die <a href="Peter-und-Paul-Festung" title="Peter-und-Paul-Festung">Sankt-Peter-Paul-Festung</a> in <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Sankt Petersburg</a> oder die Festungen von <a href="Valletta" title="Valletta">La Valetta</a> (<a href="Malta" title="Malta">Malta</a>).
</p><p>Es ist heute Aufgabe des <a href="Denkmalschutz" title="Denkmalschutz">Denkmalschutzes</a>, die ehemaligen Festungsanlagen oder deren Reste zu erhalten, damit sich die Menschen auch in späteren Zeiten noch eine Vorstellung über diese vergangene Epoche und den Folgen für ihr eigenes Leben machen können.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zitate">Zitate</h2></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Früher und bis zur Zeit der großen stehenden Heere herunter waren Festungen, d. i. Schlösser und befestigte Städte, nur zum Schutz ihrer Einwohner da. Der <a href="Edelmann" class="mw-redirect" title="Edelmann">Edelmann</a>, wenn er sich von allen Seiten bedrängt sah, rettete sich in sein Schloss, um Zeit zu gewinnen, einen besseren Augenblick abzuwarten; die Städte suchten durch ihre Befestigungen die vorüberziehende Wetterwolke des Krieges von sich abzuhalten.<i> […] </i>Von der anderen Seite sind die Zeiten vorüber, wo die bloße Befestigung der Mauern ohne andere Kriegsanstalten einen Ort vor der Überschwemmung des Krieges, der über das ganze Land herzieht, völlig trocken erhalten konnte, denn diese Möglichkeit gründete sich teils auf die kleinen Staaten, in welche die Völker früher geteilt waren, teils auf die periodische Natur des damaligen Angriffs, der fast wie die Jahreszeiten seine bestimmte, sehr begrenzte Dauer hatte, weil entweder die <a href="Lehnsmann" title="Lehnsmann">Lehnleute</a> nach Hause eilten oder das Geld für die <a href="Condottieri" class="mw-redirect" title="Condottieri">Condottieri</a> regelmäßig auszugehen pflegte. Seitdem große stehende Heere mit ihren gewaltigen Artilleriezügen den Widerstand der einzelnen Punkte maschinenartig niedermähen, hat keine Stadt und keine andere kleine Korporation mehr Lust, ihre Kräfte aufs Spiel zu setzen, um einige Wochen oder Monate später genommen und dann um so strenger behandelt zu werden.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Ein Verteidigungsheer ohne Festungen hat hundert verwundbare Stellen, es ist ein Körper ohne <a href="Harnisch" title="Harnisch">Harnisch</a>.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card"><a href="Carl_von_Clausewitz" title="Carl von Clausewitz">Carl von Clausewitz</a></span>: <cite style="font-style:normal">1830, <i>Vom Kriege</i></cite></div></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Minden ist eine feste Burg.
Hat gute Wehr und Waffen!
Mit preußischen Festungen hab ich jedoch
nicht gerne was zu schaffen.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <span class="Person h-card"><a href="Heinrich_Heine" title="Heinrich Heine">Heinrich Heine</a></span>: <cite style="font-style:normal">1844, <i><a href="Deutschland._Ein_Winterm%C3%A4rchen" title="Deutschland. Ein Wintermärchen">Deutschland. Ein Wintermärchen</a></i></cite></div></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Starre Befestigungen sind Monumente menschlicher Dummheit.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <span class="Person h-card"><a href="George_S._Patton" title="George S. Patton">George S. Patton</a></span></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Liste_von_Festungen" title="Liste von Festungen">Liste von Festungen</a></li>
<li><a href="Fachbegriffe_Festungsbau" class="mw-redirect" title="Fachbegriffe Festungsbau">Fachbegriffe Festungsbau</a></li>
<li><a href="Schl%C3%BCsselgel%C3%A4nde" title="Schlüsselgelände">Schlüsselgelände</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zeitgenössische_Quellen"><span id="Zeitgen.C3.B6ssische_Quellen"></span>Zeitgenössische Quellen</h3></div>
<ul><li>Honorat de Meynier: <i>Fortification-Baw.</i> Hoffmann, Frankfurt am Main 1642 <a href="Uniform_Resource_Name" title="Uniform Resource Name">urn</a>:<a rel="nofollow" class="external text" href="https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba000163-1">nbn:de:bvb:384-uba000163-1</a>.</li>
<li><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Festungsbau_im_Deutschen_Kaiserreich" class="extiw external" title="commons:Category:Festungsbau im Deutschen Kaiserreich">Festungsbau aus „Das kleine Buch vom Deutschen Heere“</a>, Lipsius und Tischer, Kiel und Leipzig 1901</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/13351/1/">Praxis Artis Muniendi Modernae, das ist: Ausführliche Anweisung des Fortification-Baues</a>. [S.l.] 1689, Online-Ausgabe der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/15867/1">Theoria Artis Muniendi Modernae, das ist Kunstmässige Hand-Grieffe, und Anweisung der vierfachen Fortification, nach welcher heutiges Tages in Europa die Vestungen pflegen erbauet, und mit Aussenwercken verwahret zu werden</a>. Franckfurt 1689, Online-Ausgabe der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/15154/1/">Speculum Artis Muniendi Lucidissimum, das ist: Hell-Leüchtender Fortifications-Spiegel</a>. Leipzig 1694, Online-Ausgabe der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Übersichts-_und_Forschungsliteratur"><span id=".C3.9Cbersichts-_und_Forschungsliteratur"></span>Übersichts- und Forschungsliteratur</h3></div>
<ul><li>Karl Bauer: <i>Fort Max Emanuel und Fort Prinz Karl der Festung Ingolstadt.</i> 2. und 3. Auflage. Polygon, Eichstätt 2010, ISBN 978-3-928671-38-5 und -56-9.</li>
<li>Tobias Büchi: <i>Fortifikationsliteratur des 16. und 17. Jahrhunderts: Traktate deutscher Sprache im internationalen Kontext.</i> Basel: Schwabe 2015</li>
<li>Tobias Büchi: <i>Die Festung Basel, Daniel Specklin und der Dreissigjährige Krieg.</i> Basel: Colmena, 2021</li>
<li><a href="Christopher_Duffy" title="Christopher Duffy">Christopher Duffy</a>: <i>Fire & Stone. The Science of Fortress Warfare. 1660–1860.</i> 2. Auflage. Greenhill Books, London 1996, ISBN 1-85367-247-5.</li>
<li>Christopher Duffy: <i>Siege Warfare. The Fortress in the Early Modern World. 1494–1660.</i> 2. Auflage. Routledge, London 1996, ISBN 0-415-14649-6.</li>
<li>Christopher Duffy: <i>Siege Warfare Volume II. The Fortress in the Age of Vauban and Frederick the Great. 1680–1789.</i> Routledge, London 1985, ISBN 0-7100-9648-8.</li>
<li><a href="Henning_Eichberg" title="Henning Eichberg">Henning Eichberg</a>: <i>Militär und Technik. Schwedenfestungen des 17. Jahrhunderts in den Herzogtümern Bremen und Verden.</i> Schwann, Düsseldorf 1976, ISBN 3-590-18107-9.</li>
<li>Henning Eichberg: <i>Festung, Zentralmacht und Sozialgeometrie. Kriegsingenieurwesen des 17. Jahrhunderts in den Herzogtümern Bremen und Verden.</i> Böhlau, Köln/Wien 1989, ISBN 3-412-01988-7.</li>
<li>Frank Gosch: <i>Festungsbau an Nordsee und Ostsee. Die Geschichte der deutschen Küstenbefestigungen bis 1918.</i> Mittler, Hamburg u. a. 2003, ISBN 3-8132-0743-9.</li>
<li><a href="Michael_Losse" title="Michael Losse">Michael Losse</a>: <i>Festung, Festungsbau.</i> In: <a href="Horst_Wolfgang_B%C3%B6hme" title="Horst Wolfgang Böhme">Horst Wolfgang Böhme</a>, Reinhard Friedrich, <a href="Barbara_Schock-Werner" title="Barbara Schock-Werner">Barbara Schock-Werner</a> (Hrsg.): <i>Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen.</i> Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-010547-1, S. 123–126, <a href="https://doi.org/10.11588/arthistoricum.535" class="extiw external" title="doi:10.11588/arthistoricum.535">doi:10.11588/arthistoricum.535</a>.</li>
<li><a href="Hartwig_Neumann" title="Hartwig Neumann">Hartwig Neumann</a>: <i>Festungsbau-Kunst und -Technik.</i> area, Erftstadt 2004, ISBN 3-89996-268-0.</li>
<li><a href="Werner_Oechslin" title="Werner Oechslin">Werner Oechslin</a>, Tobias Büchi, Martin Pozsgai: <i>Architekturtheorie im deutschsprachigen Kulturraum: 1486–1648.</i> Basel: Colmena, 2018</li>
<li>Geoffrey Parker: <i>The Military Revolution. Military Innovation and the Rise of the West, 1500–1800.</i> 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 1996, ISBN 0-521-47958-4.</li>
<li>Rudi Rolf: <i>Die Deutsche Panzerfortifikation.</i> Osnabrück 1991, ISBN 3-7648-1784-4.</li>
<li>Rudi Rolf: <i>Die Entwicklung des deutschen Festungssystems seit 1870.</i> Tweede Exloermond 2000, ISBN 90-76396-08-6.</li>
<li><a href="Ulrich_Sch%C3%BCtte" title="Ulrich Schütte">Ulrich Schütte</a>: <i>Das Schloss als Wehranlage. Befestigte Schlossbauten der frühen Neuzeit.</i> Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1994, ISBN 3-534-11692-5 (zur Anwendung von Bollwerken/Kanonenbatterien, Rondellen und Bastionen an Burgen und Schlössern des 15. bis 18. Jh.)</li>
<li>Ernst Seidl (Hrsg.): <i>Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur.</i> Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-15-010572-2.</li>
<li>Julia Seelig: <i>Das UNESCO-Weltkulturerbe „Stelling van Amsterdam“. Historische Bedeutung und heutige besucherorientierte Nutzung einer niederländischen Großfestung</i>, Beiträge zur angewandten Festungsforschung, Bd. 2, hrsg. von Ingo Eberle und Anja Reichert, zuerst als Diplomarbeit im Fachbereich Geographie und Geowissenschaften der Universität Trier, Norderstedt: BoD, 2007, ISBN 978-3-8334-8558-9.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zeitschriften_und_Schriftenreihen">Zeitschriften und Schriftenreihen</h3></div>
<ul><li><i>Beiträge zur internationalen Festungsforschung.</i> (Schriftenreihe). Roderer, Regensburg 2001–.</li>
<li><i>Schriftenreihe Festungsforschung.</i> Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung (DGF), Frankfurt am Main u. a. 1981–, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220723-2039%22&key=cql">0723-2039</a></span></span>.</li>
<li><i>Festungsjournal</i>. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung (DGF). Dortmund u. a. 1982-, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%221618-3355%22&key=cql">1618-3355</a></span></span>.</li>
<li><i>Zeitschrift für Festungsforschung. Wissenschaftliches Organ der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung e. V.</i>, Schriftleitung: Volker Schmidtchen (verantwortlich), Klaus Martin Hofmann, Burkhard Pape. Redaktion: Thomas Biller u. a. 1982–1988. <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220722-8449%22&key=cql">0722-8449</a></span></span>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Fortresses?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Fortresses</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Festung" class="extiw external" title="wikt:Festung">Wiktionary: Festung</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wikisource"></span></span></div><b><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Festung" class="extiw external" title="s:Festung">Wikisource: Festung</a></b> – Quellen und Volltexte</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4016934-0">Literatur zum Schlagwort Festung</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.festungsforschung.de/startseite/">Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://interfest.de/index.php?lang=de">Studienkreis für internationales Festungs- Militär und Schutzbauwesen</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fort.ch/">Schweizer Festungen des 20. Jahrhunderts</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://welt.unter.koeln/">Kölner Festungsmuseum</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://architectura.cesr.univ-tours.fr/Traite/Matiere/fortification.asp?param=">Französische Literatur über Festungen</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fortressstudygroup.org/">The Fortress Study Group</a></li>
<li><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/portal/einfuehrung/stadttypen/festungsstadt.html"><i>Festungsstadt.</i></a> In: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/impressum/index.html">Portal Städtegeschichte</a>.</i> <a href="Institut_f%C3%BCr_vergleichende_St%C3%A4dtegeschichte" title="Institut für vergleichende Städtegeschichte">Institut für vergleichende Städtegeschichte</a> (IStG)<span style="display:none">;</span><span class="Abrufdatum" style="display:none"> abgerufen am 27. Dezember 2025</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFestung&rft.title=Festungsstadt&rft.description=Festungsstadt&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.uni-muenster.de%2FStaedtegeschichte%2Fportal%2Feinfuehrung%2Fstadttypen%2Ffestungsstadt.html&rft.publisher=%5B%5BInstitut+f%C3%BCr+vergleichende+St%C3%A4dtegeschichte%5D%5D+%28IStG%29&rft.date=&rft.language=de"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Christa Zimmermann; Herbert Petzold (Hrsg.): <i><a href="Lexikon_der_Antike" title="Lexikon der Antike">Lexikon der Antike</a>.</i> Leipzig 1977, S. 171. Vgl. auch: Nikolaus Pevsner, Hugh Honour, John Fleming: <i>Lexikon der Weltarchitektur.</i> München 1987, S. 195: Festung „allgemeiner Begriff für eine Wehranlage (als solcher auch der Burg übergeordnet).“</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">sturmfrei<span style="font-style:normal;"></span></cite>. In: <a href="Jacob_Grimm" title="Jacob Grimm">Jacob Grimm</a>, <a href="Wilhelm_Grimm" title="Wilhelm Grimm">Wilhelm Grimm</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Deutsches_W%C3%B6rterbuch" title="Deutsches Wörterbuch">Deutsches Wörterbuch</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>20</span>: <i>Strom–Szische</i> – (X, 4. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1942, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>635</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=sturmfrei">woerterbuchnetz.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Festung&rft.atitle=sturmfrei&rft.btitle=Deutsches+W%C3%B6rterbuch&rft.date=1942&rft.genre=book&rft.place=Leipzig&rft.pub=S.+Hirzel&rft.volume=Band+20%3A+Strom-Szische+-+%28X%2C+4.+Abteilung%29" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://www.thueringen.info/heldrungen-wasserburg.html#beschreibung">https://www.thueringen.info/heldrungen-wasserburg.html#beschreibung</a> abgerufen am 26. Mai 2023.</span>
</li>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4016934-0">4016934-0</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85050919">sh85050919</a></span> </div>
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